Veldenz

Weinhotel LandsknechtWeinhotel Landsknecht

Über der Stadt Veldenz ragt südöstlich auf einem rund 1,5km entfernten Bergsporn das Schloss Veldenz, das weniger ein Schloss als der Rest einer Burg aus dem 12. Jahrhundert ist. Früher war Veldenz der Sitz der Grafschaft Veldenz.

Schloss Veldenz steht im Ortsteil Thalveldenz und wurde ab dem 12. Jahrhundert erbaut. Den Namen Schloss trägt die Burg wahrscheinlich, weil Burg Veldenz im Mittelalter die größte Burg zwischen Trier und Zell war. Die Burganlage steht auf einem nach drei Seiten hin abfallenden Bergsporn. Zwei Bastionen sind zu sehen. Der Bergfried wurde nicht wieder hergerichtet, aber der Palas. Der zeigt sich mit einem Stufengiebel und wird gastronomisch genutzt.

Ein guter Startpunkt für eine Erkundung von Veldenz, dessen Ortskern mit seinem Baubestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert als Denkmalzone ausgewiesen ist, ist die Villa Romana. Als man im damaligen Haus des Gastes den nicht unterkellerten Bereich sanierte und erweiterte, fand man in den 1990er Jahren Räume und Becken einer römischen Badeanlage. Man verortete das römische Bad als Teil einer Villa aus dem 2. Jahrhundert.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die evangelische Kirche in Veldenz. Ihr als Sechseck angelegter Bau fällt ins Auge. Der Zentralbau stammt aus der Zeit der Neugotik und dem Jahr 1886, als der Grundstein gelegt wurde. Die Kirche hat keinen eigenen Turm, sondern zu ihr gehört der alte Turm aus dem 13. Jahrhundert, der etwas erhöht am Platz der Vorgängerkirche steht und als Uhr- und Glockenturm seine Dienste tut.

In der Hauptstraße beieinander stehen das Rathaus aus dem Jahr 1735, das zunächst als Wohnhaus gebaut war und später als Schule genutzt wurde. Das Gasthaus zur Grafschaft ist das ehemalige Zehnthaus der Grafen von Veldenz und stammt aus dem 16. Jahrhundert. In den folgenden Jahrhunderten wurde es mehrfach umgebaut.

In der Hollandstraße steht die katholische Pfarrkirche Heiliger Name Marias. Nachdem das Simultaneum aufgehoben war, bauten sich die Katholiken ihr eigenes Gotteshaus 1885 als neugotischen Schieferbruchsteinsaal. Benachbart steht das Pfarrhaus, ebenfalls aus Bruchstein und aus dem Jahr 1888.

Zur Grafschaft Veldenz gehörten früher die Dörfer Brauneberg, Mülheim an der Mosel, Veldenz, Burgen, Gornhausen, Andel (heute ein Stadtteil von Bernkastel-Kues) und Wintrich. Burgen liegt knappe zwei Kilometer westlich von Veldenz im Frohnbachtal und ist Geburtsort des Schwarzen Peters. Der hieß eigentlich Johann Peter Petri und und schloss sich der Räuberbande rund um den Schinderhannes an. 1811 soll er das Kartenspiel Schwarzer Peter erfunden – oder doch zumindest populär gemacht – haben.

In Burgen auffällig ist die evangelische Kirche mit dem Turm aus dem 11. Jahrhundert, der auf Mauern eines einstigen fränkischen Wehrturms erbaut wurde. Der Kirchensaal wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts gebaut. Auch hat Burgen eine Wassermühle aus dem späten Biedermeier (1845) zu bieten, mit Führungen und Schautafeln zur Müllerei.

Als Moselsteig-Seitensprung erkundet der Graf-Georg-Johannes-Weg (14km) das Veldenzer Ländchen. Start und Ziel der Runde ist die Villa Romana mit der Infotafel am Münzbrunnen. Man genießt Blicke auf das Schloss Veldenz, kommt zur Thielenmühle und steigt hinauf zur Heidemauer, einem Wall einer keltischen Fliehburg. Es geht zu einem Felsvorsprung mit dem tragischen Namen Rittersturz. Weitere interessante Punkte sind der Pionierfelsen und die Josephinenhöhe. Der Hausberg von Veldenz trägt den Namen der Kaiserin Josephine, ihres Zeichens erste Gattin von Napoleon und erinnert an die Zeit, als die Grafschaft zu Frankreich zählte (1794-1815).