Traumschleife Jakob-Maria-Mierscheid-Weg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 40 Min.
Höhenmeter ca. ↑358m  ↓358m
Traumschleife Jakob-Maria-Mierscheid-Weg

Jakob Maria Mierscheid ist zwar kein großer Politikstar. Aber im Berliner Polittrubel kennt man den Hinterbänkler, der laut offizieller Bundestagswebseite seit 1979 im Parlament sitzt. Dabei ist Mierscheid gar keine echte Person, sondern nur eine Erfindung.

Mit dem Phantom-Abgeordneten Jakob Maria Mierscheid erlaubt sich der Bundestag bis heute den Spaß, Leben und Arbeit von Politikern aufs Korn zu nehmen. Geburtsort des fiktiven Abgeordneten ist Morbach im Hunsrücker Hochwald. Da auch der Hunsrücker humorvoll ist, hat man hier zum 80. Geburtstag des erfundenen Abgeordneten Mierscheind einen eigenen Wanderweg angelegt.

Dieser Jakob-Maria-Mierscheid-Weg hat es sogar in die Gruppe der beliebten Traumschleifen am Saar-Hunsrück-Steig gebracht. Das Wanderportal für den Jakob-Marie-Mierscheid-Weg steht am Parkplatz des Gasthauses Zur Brieschmühle im Morbacher Ortsteil Heinzerath.

Es geht in einer größeren Schlaufe los nach Elzerath und dann hinein in den Wald. Wir wandern auf der Gemarkungsgrenze zur Stadt Bernkastel-Kues und treffen dann auf eine Hochspanungsleitung. Der folgen wir ein Stück nach recht, bis wir die Informationstafel über das sogenannte Mierscheid-Gesetz erreichen.

Das Mierscheid-Gesetz ist ein satirisches Wahlprognoseverfahren, das 1983 in der SPD-Zeitschrift Vorwärts publiziert wurde. Es besagt, dass der Stimmenanteil der SPD in Prozent der Rohstahlproduktion in den alten Bundesländern in Millionen Tonnen entspricht. Obwohl das „Gesetz“ eine Korrelation zwischen zwei nicht kausal verknüpften Parametern unterstellt, ergaben sich für die Vergangenheit manchmal bessere Prognosewerte als mit den wissenschaftlich fundierten Wahlprognoseverfahren.

Von der Informationstafel aus halten wir uns kurz links, dann wieder rechts. Wir wandern durch den Wald weiter zur kleinen Kreisstraße K 88, die nach Gornhausen führt. Wir bleiben auf dem Weg und kommen in Franzis Zwergenwald. Hier kann man stilvoll und in allen Ehren ausgediente Gartenzwerge ganz legal entsorgen.

Es geht weiter bis kurz vor Gonzerath. Dann halten wir uns rechts und kreuzen wenig später die Landstraße L 157. Hinter der Landstraße treffen wir auf den Ausoniusweg und folgen ihm bis zum Naturdenkmal Graue Lei, einen Quarzitfelsen aus dem Erdaltertum. Hier soll der junge Jakob Maria Mierscheid oft hin spaziert sein, sagt die Legende.

Oberhalb der Energielandschaft Morbach wandern wir wieder zurück nach Heinzerath. Man kommt vorbei am 1908 im reinen Jugendstil erbauten Wasserwerk Heinzerath und an der Dorfkirche, die zu Teilen aus dem 14. Jahrhundert stammt.

Bildnachweis: Von Marcoreitz78 [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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