Tiefenbach (Braunfels)

Zwischen Braunfels und Biskirchen liegt südlich der Lahn das Dorf Tiefenbach im kleinen Tal, das der Lindebach ausbildet. Der Ortsteil von Braunfels ist von Wäldern des nördlichen Hochtaunus umgeben und schmiegt sich an seinen Ortsgrenzen fast bis ganz an die Lahn an. Der Ortskern von Tiefenbach zeichnet sich durch einige sehenswerte Fachwerkhäuser aus, z.B. die alte Dorfschule von 1684 und das hessische Fachwerk mit rheinischem Auszieher in der Mittelstraße 3.

Die evangelische Kirche hat einen mit Schießscharten versehenen Wehrturm, der um 1300 entstand. Die Westhalle wurde 1559, das Langhaus 1713-14 ergänzt. 1980 wurden bei der Innenraumrenovierung alte Ausschmückungen gefunden und freigelegt. Sehenswert ist auch der Barockportalschmuck am Eingang, der die Wappen von Graf Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels und Landgräfin Sophie Magdalena von Hessen-Bingenheim trägt. Der auf dem Dach befindliche Turmhahn von 1933 ist der stattlichste im Solmser Land.

In einer Südhanglage am Ortsrand von Tiefenbach befindet sich der wärmste Punkt des Lahn-Dill-Kreises. Er hört auf den Namen Weinberg und als solcher wird er seit 1994 auch wieder benutzt. Es werden Weine der Großlage Lahntal gekeltert. Neben Weinähr und Dietkirchen dürfte in Tiefenbach derzeit die einzige Weinproduktion entlang der Lahn sein.

Ehemalige Schächte und Gruben, die die Umgebung von Tiefenbach insbesondere in den Jahren von 1830-1946 durch Rot- und Brauneisensteingewinnung prägten sind mittlerweile alle geschlossen und befinden sich in den Wäldern rund um den Ort. Trotzdem sind Grubennamen wie „Anna“ und „Würgengel“ vielen heute noch ein Begriff. In der Nähe der Grube Anna südlich von Tiefenbach finden sich auch einige alte Hügelgräber aus der Hallstattzeit (800-400 v.Chr.).