Steinebach an der Wied

Rund 1km nordwestlich des Seeweihers liegt am Rande des Hachenburger Staatsforsts der kleine Ort Steinebach an der Wied. Hier beginnt das Wiedtal, das sich zunächst durch den Hatterter Grund schlängelt und dann den Sieg-Westerwald und Rhein-Westerwald bis zur Mündung bei Neuwied in den Rhein durchfließt. Als Teilstück des Wiedwegs hat Steinebach 2007 einen Skulpturenpark in der weitläufigen Bachaue angelegt. Fünf Skulpturen mit begleitenden Informationstafeln wurden an der Wied durch heimische Künstler erstellt, u.a. ein Pilgerkreuz, die symbolisierte Quelle des Heiligenborn und eine Basaltsäule mit dem Hinweis auf die Wied als ein den Naturraum prägendes Fließgewässer.

Steinebach ist der Stammsitz des gleichnamigen Rittergeschlechts, das erstmals 1273 erwähnt wird. Schon damals stand hier die Talburg der Ritter von Steinebach, die etwa bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts bestand. Heute ist von ihr nur noch der Rest eines Befestigungsturms mit einem Torbogen erhalten, der unter Denkmalschutz steht. Nachdem die Gemeinde Steinebach die Ruine erworben hat, wurde der Torbogen 1986 restauriert. Bei der Durchführung von Erdarbeiten wurden zahlreiche historische Scherben auf dem Gelände geborgen. Neben der Burgruine ist in südwestlicher Richtung ein mittelalterlicher Burghügel – Reste einer so genannten Motte - zu erkennen.

Über die Ritter von Steinebach kursiert eine sehr liberale Sage im Westerwald. Ein Steinebacher Ritter nahm an einem Kreuzzug ins Morgenland teil. Er gerät in türkische Gefangenschaft, aus der er jedoch von einer Sultanstochter befreit wird. Da ihn die Nachricht erreicht, dass seine Frau zwischenzeitlich gestorben sei, ehelicht er die Sultanstochter und nimmt sie mit auf seine Westerwälder Burg. Doch seine erste Frau lebt! Vor lauter Glück über die Heimkehr des Mannes, nimmt sie aber Mann und neue Frau gerne auf. Man lebt heiter und zufrieden in einer Ménage à trois. Seitdem wird dem Holz, aus dem die Burg gebaut war, nachgesagt, dass eine Berührung hilft, jede Art von Eifersucht zu überwinden. Dumm nur, dass außer den steinernen Turmresten nichts mehr von der Burg übrig ist.