Sonnenweg Altenkirchen


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 26 Min.
Höhenmeter ca. ↑151m  ↓151m
Der Sonnenweg bei Altenkirchen ist eine Themenwanderung im nördlichen Westerwald

Der Sonnenweg ist eine kurze Rundwanderung nördlich von Altenkirchen, der sich dem Thema Sonne widmet. Dabei ist nicht nur die sonnige Wegführung gemeint, sondern vor allem die sieben Stationen, an denen unterschiedliche Sonnenuhren aufgestellt sind und Schautafeln über das Zentrum unseres Planetensystems informieren. Die Installationen wurden 2004 von örtlichen Schulen eingerichtet.

Startpunkt des Altenkirchener Sonnenwegs ist das Bürgerhaus, das zwischen Isert und Racksen gelegen ist. Hier wird zunächst beschrieben, wie Sonnenuhren generell funktionieren. An der digitalen Sonnenuhr kann man gleich sein neues Wissen praktisch ausprobieren.

Am Südrand von Racksen erreicht man die Sonnenfleck-Uhr und marschiert dann weiter durch weite Wiesenflächen östlich in Richtung Kroppacher Schweiz. An der Würfelsonnenuhr und der Kopernikus-Uhr vorbei überquert man die Bundesstraße B 256 und kommt wenig später über einen Stichweg zum Aussichtspunkt Sonnenberg. Von hier hat man einen sehr guten Ausblick auf das Nistertal und die weite Hügellandschaft in Richtung Gebhardshain und Bad Marienberg.

In einer Schleife der Großen Nister liegt unmittelbar unter dem Sonnenberg das kleine Dorf Ahlhausen, dessen Bergkuppe früher von Kelten besiedelt war. Ausgrabungen haben hier die frühere Existenz einer Fliehburg nachgewiesen.

Zurück auf dem Sonnenweg trifft man auf die Äquatorring-Sonnenuhr. Sie trägt diesen Namen, weil der Ring mit seiner Zeitablesung genau parallel zum Äquator liegt, der Schattenstab stellt die Erdachse dar, was hier gut nachvollziehbar ist. Nun geht es vorbei an der Horizontalsonnenuhr. Sie ist die einzige Uhr auf dem Weg, deren Ziffernblatt schon auf Sommerzeit eingestellt ist. Bei Winterzeit muss man im Gegensatz zu den anderen Sonnenuhren eine Stunde abziehen um die mitteleuropäische Uhrzeit abzulesen.

Südlich von Isert erreicht man jetzt die letzte Station des Sonnenwegs, die Klappsonnenuhr. Sie dokumentiert, wie der erste Professor für Astronomie – der Österreicher Georg von Peuerbach (1423-61) – die Zeit erfassen konnte. Sein Modell der Klappsonnenuhr setzte für rund 300 Jahre die Maßstäbe im Bau von Sonnenuhren.

Mit einem schönen Blick auf Isert geht es jetzt zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Dabei fällt linkerhand ein altes Bruchsteinhaus ins Auge. Es wurde 1868 als Schulhaus für die umliegenden Dörfer erbaut. Von 1923-34 leitete hier Wilhelm Kircher eine ländliche Versuchsschule, die unter dem Namen „Haus in der Sonne“ international bekannt wurde. Kirche führte hier u.a. Projektunterricht und die Nutzung neuer Medien – damals Radio – ein. So wurde bereits 1930 aus dem Haus in der Sonne eine Live-Sendung von Schülern übertragen.