Siegen-Eiserfeld

Eiserfeld ist der südwestlichste Stadtteil von Siegen und liegt direkt am Übergang zum benachbarten Rheinland-Pfalz. Als Ysernvelde wird der Ort 1292 erstmals erwähnt. Auf den ersten Blick wirkt Eiserfeld für den Besucher wenig einladend, denn die stark befahrene B 62 führt mitten hindurch. Doch wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, lassen sich auch hier schöne und interessante Ecken entdecken.

Etwas abseits der B 62 befindet sich der Reinhold-Forster-Erbstollen, benannt nach einem der namhaftesten Forscher und Geologen des 18. Jahrhunderts. 1805 begannen die Bergleute hier, Eisenerz abzubauen. Der Stollen war lange Zeit ausgesprochen ertragreich und diente ab 1902 als Zugang zur Grube Eisenzecher Zug, die mit ihren rund 1.350m Tiefe als eine der tiefsten Eisenerzgruben Europas gilt.

Die Grube Eisenzecher Zug war seit Jahrhunderten dafür bekannt, nicht nur Eisenerz zu liefern, sondern auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Mineralien wie Quarze, Malachit oder Hämatit. Das vielleicht bekannteste Mineral ist der Lepidokrokit. Er trägt auch den Namen Goethit nach dem Dichterfürsten, der einen solchen Stein vom Siegener Pfarrer Achenbach und dem damaligen Bergmeister als Geschenk erhielt. Auf einer Länge von über 400m ist der Reinhold-Forster-Eberstollen heute für Besucher des Bergwerks begehbar, und allein schon das prachtvolle alte Portal des Stollens ist wirklich sehenswert.

Über die Geschichte des Bergbaus, die Eiserfeld so stark geprägt hat, informiert auch das Heimathaus Eiserfeld. Im alten Ortskern befindet sich das Museum in einem Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert. Historische Fotografien und verschiedene Exponate zeigen aber nicht nur die Eisenindustrie, sondern erinnern auch an die Landwirtschaft in Eiserfeld. Eine beeindruckende Mineraliensammlung ergänzt das Angebot des Museums.

Ein weiteres spannendes Museum ist das Glockenmuseum Eiserfeld. Nicht die großen, schweren Kirchenglocken bilden den Schwerpunkt der riesigen Sammlung, sondern viele kleine Glöckchen und Schellen der unterschiedlichsten Arten. Weit über 2.000 Ausstellungsstücke sind hier in den vergangenen fünzig Jahren zusammengetragen worden, von der Tischglocke aus Silber oder Glas über Türglocken bis hin zur Elefantenglocke.

Nach so viel Sammelleidenschaft zieht es so manchen sicherlich hinaus in die Natur. Und dafür gibt es auch einen Tipp auf Eiserfelder Grund: den Aussichtsturm auf dem Pfannenbergkopf (499m). Der Berg ganz im Süden des Siegener Stadtgebiets ist zugleich seine höchste Erhebung. Bei guten Sichtverhältnissen kann man vom Pfannenberger Turm aus bis zum Drachenfels im Siebengebirge schauen.

Ein zweiter interessanter Aussichtsturm steht auf dem Gilberg (426m). Die 5m hohe Eisenkonstruktion ist der älteste Aussichtsturm im Siegerland und wurde bereits im Jahr 1888 erbaut. Der Turm bis heute ein beliebter Aussichtsplatz und bietet einen weiten Überblick über das Siegtal.

Ebenfalls einen imposanten Überblick über das Siegtal würde die Siegtalbrücke bieten, wenn man sie denn als Fußgänger betreten könnte. Da es sich um eine Autobahnbrücke handelt, ist das allerdings eher nicht anzuraten. Doch auch von unten ist die Betonkonstruktion aus den 1960er Jahren ein beeindruckender Anblick. Über einen Kilometer ist die Brücke lang, die mit ihren 106 Metern Höhe zu den höchsten Autobahnbrücken Deutschlands gehört.