Schloss Halberg (Saarbrücken)

Schloss Halberg steht auf dem Halberg (280m) und der liegt im Dreieck zwischen den Bundesstraßen 51 und 40 in der ehemaligen Gemeinde Brebach, die 1959 mit Fechingen zu Brebach-Fechingen verschmolzen und dann 1974 nach Saarbrücken eingemeindet wurde.

In den Jahren 1877-80 wurde Schloss Halberg im Stil des Historismus für den Stahlindustriellen Carl Ferdinand von Stumm-Halberg errichtet. Trotz einiger Teilabrisse und Umbauten ist es nach wie vor sehr beeindruckend. Seit 1959 gehört das Schloss dem Saarländischen Rundfunk, der hier auch einen Sendemast aufbaute. Bei der Umnutzung wurden leider auch einige alte Gebäude und Teile des einstigen Parks verändert. Auf dem Areal ist auch ein Restaurant.

Vorläufer des Schlosses war im frühen 18. Jahrhundert ein barockes Lustschloss mit dem Namen Montplaisir, das von französischen Truppen zerstört wurde. Der Halberg wurde seinerzeit gerne von den Menschen als Ausflugsziel und für Feste genutzt. Er war für alle ein offenes Gelände. 1877 wurde dann der ganze Halberg an Carl Ferdinand Stumm verkauft, der ein Teilhaber der zu Wohlstand gekommenen Gebrüder Stumm Eisenwerke war. Unter Carl Ferdinand stieg das Unternehmen zu einem Marktführer in der Eisenindustrie auf. Der Produktionsschwerpunkt war in Neunkirchen. Der Stummsche Familienfriedhof liegt an der Zufahrtsstraße zum Halberg. Carl Ferdinand war auch politisch aktiv und einer der einflussreichsten Männer in Preußen.

Den Landschaftsgarten um das Schloss Halberg ließ er vom Frankfurter Architekten Heinrich Siesmayer entwerfen, der beispielsweise auch den Frankfurter Palmengarten geplant hatte. Zeitzeugen sind nach wie vor einige Edelkastanien und Ahornbäume auf dem Halberg sowie Mammutbäume, Douglasien, Rotbuchen oder Hemlocktannen, die seinerzeit den Park belebten.

Macht man sich auf dem Weg zum Schloss Halberg, kommt man an einem Gärtnerhaus vorbei. Daneben ist das frühere Beamtenwohnhaus aus Sandstein. Ställe, Remisen und ein Wasserturm wurden für den Bau eines Konferenzsaals des Rundfunks abgerissen. Erhalten hat sich das Torhaus aus Sandstein mit seiner breiten Mitteleinfahrt und den beiden Fußgängerdurchgängen. Das Torhaus mit Unter- und Obergeschoss zeigt hohe steile Dächer.

Das eigentliche Schlossgebäude misst 60 x 17m. Es hat eine Fassade aus gelbem Sandstein und es unterteilt sich in einen zweigeschossigen Hauptbau mit einem Attikageschoss und einem etwas niedrigeren Anbau. Wie auch beim Torbau sind die Gebäudeteile versetzt, sie treten dem Betrachter mal entgegen und sind mal ein Stück nach hinten angeordnet. Mittig ist ein Risalit mit einem Spitzgiebel. Insgesamt wirkt der Baukörper dadurch weniger brachial. Von der Innenausstattung hat sich nichts erhalten.

Ein Relikt der Stummschen Vergangenheit ist die Stumm-Kirche. Sie wurde im Auftrag von Carl Ferdinand 1880-82 erbaut. Sie war für seine Familie und die evangelischen Arbeiter der Halbergerhütte errichtet worden. Sie wurde im Stil der rheinischen Neoromanik erbaut, hat vier Achsen und einen heraustretenden dreigeschossigen Turm mit Rautendächern. Nach Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder hergerichtet. Die Stumm-Kirche ist allerdings kein Gotteshaus mehr. Zuletzt war sie ein Ort von echten Schäfchen und wurde landwirtschaftlich genutzt.

Am Halberg findet sich auch die Mithrasgrotte. Mithras ist die Personifizierung der Sonne. Am Westhang schufen die Galloromanen oder die römischen Soldaten einer Garnison im 3. oder 4. Jahrhundert ein tonnengewölbtes Mithräum, das in einigen alten Quellen als Heidenkapelle genannt ist. Nach dem Einzug des Christentums im 6. Jahrhundert wurde diese Stätte in den christlichen Kontext einbezogen. Sie wurde dreischiffig ausgebaut.

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