Schloßborn

Im Übergang vom Hochtaunus in den Eppsteiner Horst liegt der Glashüttener Ortsteil Schloßborn. Bereits 1043 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang dem Bau einer Steinkirche und der Ernennung zum Zentrum eines Kirchspiels, das bis zu 24 weitere Dörfer umfasste. Schon vorher – um 980 vermuten Forscher – hat es in Schloßborn eine erste Holzkirche gegeben.

Die heutige Kirche steht am gleichen Platz, ist aber deutlich jünger. 1713-14 wurde die Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus gebaut und dann noch einmal 1955 erweitert. Der Hochaltar wird durch das Bild „Aufnahme Mariens in den Himmel“ geschmückt. Es ist die Kopie eines Bildes des Hauptmeisters der venezianischen Malerei Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518-1594). Im Chorraum der Kirche rechts findet sich eine gotische Madonna mit Kind aus dem Anfang des 16 Jahrhunderts. Die Voigt-Orgel aus dem Jahre 1868 wurde 1990 renoviert.

Die lange Kirchengeschichte dürfte mit der Missionierung des Taunus zusammenhängen. Einsiedler und Mönchen wählten schon im frühem Mittelalter den am Südwestrand von Schloßborn liegenden Butznickel (462m) als Standort für Missionsreisen ins Umland.

Das Kirchdorf wurde 1369 durch ein Jagschloss erweitert, das Graf Eberhard I. aus Eppstein bauen ließ. Das Schloss ist längst passé, aber die zugehörige Befestigung ist noch in Resten erhalten. Ein Stück der Ringmauer und der Stumpf eines Turms befinden sich hinter der Kirche. Erst durch die Errichtung dieses Schlosses kam der früher nur Born heißende Ort übrigens zu seinem heutigen Namen Schloßborn

Wie in vielen anderen Orten, besitzt Schloßborn ein Heimatmuseum. Wer sich für die Geschichte des Ortes interessiert, sollte ins ehemalige Schulhaus gehen. Im alten Schulhaus, das früher auch als Rathaus genutzt wurde, findet man es.

Landschaftlich bietet Schloßborn eine reizvolle Mischung aus Mittelgebirgsgipfeln wie Rotherberg (446m), Maisel (482m), Eichkopf (563m) und Atzelsberg (507m) sowie kleinen Bächen wie dem Weiherbach und dem Silberbach, die hier entspringen. Auch der Oberlauf des Dattenbachs, dessen Quelle zwischen Glashütten und Oberrod liegt, ist nicht weit. Er firmiert ab Eppstein in seinem weiteren Verlauf als Schwarzbach und mündet bei Hattersheim in den Main.