Hattersheim am Main

Hattersheim bezeichnet sich auch als die Stadt im Grünen und wird das kulturelle Herz des Main-Taunus genannt, da es viele kulturelle Angebote in der historischen Pferdewechselstation im Alten Posthof, anbietet. Zu Hattersheim, mit seinen rund 25.000 Einwohnern, zählen Okriftel, das direkt am Main liegt, wie auch Eddersheim. Die Stadt wird quasi eingeklammert durch die A 66, die diagonal die Gemarkung nordwestlich flankiert und vom Main, der einer Parallele gleich südöstlich verläuft. Durch Hattersheim fließt der Schwarzbach, der bei Okriftel in den Main mündet.

Um die Auszeichnung „Stadt im Grünen“ zu untermauern: In Hattersheim gibt es nicht nur durch die hier durch verlaufende Regionalparkroute zusammenhängende Grünanlagen. Zwischen Hattersheim und Okriftel liegt als blühende Oase auch das Rosarium an der wunderschönen Wasserwerkallee. An der Regionalparkroute liegt in Hattersheim ein kleiner Haustierzoo am Schwarzbach, bunter Hingucker im Wortsinn ist das Kunstwerk Raumbild mit Pyramide, das mit Farbtafeln und den Gesetzen der Perspektive spielt.

In Hattersheim ist an Stelle der ehemaligen Bleichwiese ein Stadtpark mit Stadtweiher angelegt worden. Die grüne Insel wird gerne von Familien mit Kindern aufgesucht und vom Brunnenwasser des Marktplatzes, das als künstlicher Bachlauf von dort bis zum Weiher in den Weiher fließt. Nahe der früheren Altmünstermühle, die heute ein Seniorenzentrum ist, steht am Parkrand eine stattliche 250 Jahre alte Eiche.

Um einiges älter ist das Keltengrab, das am westlichen Ortseingang gefunden wurde. Das bietet viel Erkundungsstoff für Archäologen und den Geschichtsverein von Hattersheim, der noch am Suchen ist, nämlich nach einen neuen Museumsstandort.

Um ihren Standort braucht sich die katholische Pfarrkirche St. Martinus nicht zu kümmern, sie bleibt im Dorf. Ihre Erweiterung im Jugendstil erfolgte zwischen 1913 und 1915, wobei die kleine barocke Vorgängerkirche integriert wurde.

Der Kulturnabel des Main-Taunus ist im Alten Posthof Hattersheim fest verankert. In der „Gut Stubb“ von Hattersheim finden abwechslungsreiche Veranstaltungen unterschiedlicher Couleur statt. Beispielsweise das Open-Air-Comedy-Spektakel „Laugh-Parade“, oder die Live-Musik-Events, oder das Oldtimertreffen, die Klassiker-Tage, an denen rund tausend blitzende Wagen Ende Mai ihren Chrom um die Wette blinken lassen. In Hattersheim findet ebenfalls jährlich am 3. Advent in der Altstadt der größte Weihnachtsmarkt im Main-Taunus-Kreis statt.

Der Alte Posthof war eine Pferdewechselstelle und Poststation der Thurn- und Taxis Post. Von 1489-1850 war sie Inhaberin des deutschen Postmonopols. Die Station in Hattersheim lag günstig an der mittelalterlichen Geleitstraße Frankfurt-Main und wurde besonders im 18. Jahrhundert viel angefahren. Der mehrflügelige Gebäudekomplex stammt in den meisten Teilen aus dem 18. Jahrhundert. Das Hauptgebäude wurde aus Mainsandstein errichtet.

Ein Wahrzeichen von Hattersheim ist der Sarotti-Schornstein. Auf dem ehemaligen Fabrik der Sarotti-Werke wird ein Wohnviertel erschlossen. Die gute Bahnverbindung in Hattersheim und der Zuckerrübenanbau führte 1884 zur Gründung einer Zuckerfabrik, diese wurde 1922 von einem Lebensmittelvertrieb gekauft, der auch Schweizer Schokolade im Sortiment hatte. Man fing an, diese nach Schweizer Rezeptur selbst herzustellen.

Im Zuge verschiedener Firmenzusammenschlüsse gelangte die Hattersheimer Fabrik zur Sarotti GmbH, die dort bis 1994 produzierte und zeitweilen mit 2.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Kreis war.