Scheidt (Wiehl)

Der zu Drabenderhöhe gehörende Weiler Scheidt taucht bereits anno 1060 zur Zeit König Heinrichs IV. in den Geschichtsbüchern auf. Die Abtei Siegburg erhielt damals das Gut Pfaffenscheidt – später Scheidt – als Schenkung. Gegründet wurde es wohl als Einzelhof zwischen 900 bis 1100 n.Chr. Scheidt liegt auf ca. 300m ü. NN unmittelbar an der früheren Grenze zwischen den Territorien des Herzogs von Berg und der Herrschaft Homburg. Das benachbarte Drabenderhöhe zählte zum Homburger Land, Scheidt bereits zum Bergischen.

Bei Scheidt lag früher eine bedeutende Wegekreuzung. Hier trafen zwei alte Handelswege aufeinander, die beide über Berghöhen verliefen: Die Brüderstraße von Köln nach Siegen und die Zeithstraße von Siegburg nach Hagen. Eine Gedenktafel am Wanderweg zwischen Löher Kopf (353m) und Heckberg (383m) erinnert an die frühere Bedeutung der Brüderstraße für das Homburger Ländchen.

Sehenswert in Scheidt ist das denkmalgeschützte Fachwerkensemble an der Alten Kölner Straße, das im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammt. Im Pfaffenscheider Weg liegt ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das bis ins 18. Jahrhundert hinein der Pfarrhof der Kirchengemeinde war.

Hier liegt auch das Heimatmuseum Grüne Scheune. Es entstand aus einer ehemaligen Fachwerk-Scheune mit Naturstein-Boden. Die Scheune hat schon Einiges erlebt; u. a. befanden sich hier eine Bier-Brauerei mit Brauereiteich und eine sogenannte Krautpatsche, daneben wurde sie als landwirtschaftliche Scheune mit Remise und Hühnerstall genutzt. Der 15m x 3m großen Gewölbekeller unter der Scheune war einst der Schnapskeller; den 12m tiefen, in Naturstein gehauenen Brunnen speist der Wahnbach. Im Heimatmuseum Grüne Scheune finden wechselnde Ausstellungen statt.