Sargenroth

Sargenroth am Übergang vom Großen Soon in die Simmerner Mulde war einer der Drehorte der international beachteten Heimat-Filme von Regisseur und Autor Edgar Reitz. In der kleinen Nunkirche beispielsweise begannen einige der Charaktere ihren letzten Gang. Die Nunkirche, deren Bau bereits um 1000 vom Mainzer Erzbischof Willigis beauftragt wurde, liegt nördlich von Sargenroth, leicht erhöht zwischen Soonwald und Simmerbachtal.

Nunkirche heißt so viel wie Neue Kirche und die Nunkirche ist das Wahrzeichen von Sargenroth. Der zweigeschossige Turm ist noch romanischen Ursprungs und sein Erdgeschoss war früher der Chorraum. Man sieht bereits Einflüsse der Gotik in den Fensterstürzen. Nachdem die Nunkirche durch Kriegseinflüsse beschädigt worden war, wurde sie 1745 wieder aufgebaut. Langschiff und Vorhalle, abgesehen von zwei Kapitellen aus der Romanik, stammen aus der Zeit des Barock. Im Erdgeschoss und im Chorbogen wurden Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert entdeckt. Das älteste von ihnen stellt den thronenden Christus dar. Das Jüngste Gericht wird mit den anderen Malereien den Gläubigen nähergebracht. Weiteres Relikt längst vergangener Zeit ist das Wasserbecken, das in Sandstein gehauen in der Südwand des Turmgeschosses zu sehen ist.

Nach der Nunkirche ist auch der traditionelle Nunkircher Markt benannt, der 2014 zum 570sten Mal stattfand und ein sehr beliebtes Volksfest für Jung und Alt ist. Jeweils am ersten Dienstag im September wird der Nunkircher Markt gehalten.

Nur rund 400m entfernt von der Nunkirche steht der Bismarckturm in Sargenroth. Der 18m hohe Bismarckturm wurde 1902 als Aussichsturm mit Feuerschale fertiggestellt. Die Aussicht des täglich geöffneten Bismarckturms ist allerdings getrübt, da die 1902 um den Turm herum angepflanzten Bäume mittlerweile den Bismarckturm überragen. Am Bismarckturm kommt vorbei, wer die Traumschleife Soonwald wandert, die um Sargenroth und durch das südlich gelegene Mengerschied führt.

Südöstlich von Sargenroth in Richtung Soonwaldsteig und Ellerspring (658m) liegt die Wildburghöhe (633m). Auf der Wildburghöhe finden sich Reste der Wildburg, die erstmalig 1286 erwähnt wurde. Gebaut wurde sie wahrscheinlich, um die Umgebung zu schützen und die Verwaltung von dort zu betreiben. Wie es Burgen über die Jahrhunderte so an sich haben, blieben sie nicht in den Händen eines Regenten oder einer Familie. Wechsel fanden auch hier statt und irgendwann wurde die Burg vernachlässigt. Im 18. Jahrhundert wird sie bereits als verfallen geschildert. Auf der Oberburg sind Reste eines Turms zu entdecken. Ein Felsenkamm trennte Ober- von Unterburg. 100m x 140m im Oval maß die Burganlage.