Rhens

Weinhotel LandsknechtWeinhotel Landsknecht

Gegenüber der Marksburg liegt am eher flachen linksrheinischen Ufer der Ort Rhens und zeigt sich von einer ganz bezaubernden Seite mit seinem historischen Ortskern und den sehr schön erhaltenen Fachwerkhäusern, den man vor Ort liebevoll nur den Flecke nennt.

Das Rathaus mit dem kleinen Uhrentürmchen stammt aus dem Jahr 1514, zumindest die Halle im Erdgeschoss. Der Umbau und das Obergeschoss sind aus den beiden Jahrhunderten danach und bilden eine bauliche Einheit mit schmuckem Fachwerk. Auf dem Marktplatz kann man sich Hände und Füße am hübsch gestalteten Brunnen kühlen. Der mittelalterliche Stadtkern innerhalb der Stadtmauer steht unter Denkmalschutz wie auch die Stadtmauer.

Die Stadtmauer wurde um 1400 angelegt und umschließt die Stadt in einem Viereck. Sie ist bis auf Ausnahmen an der Nord- und Rheinseite überwiegend erhalten. Von den einst fünf viereckigen Türmen ist das Rheintor mit dem geschweiften Mansardwalmdach erhalten. Aus dem 18. Jahrhundert ist das Josephstor, erkennbar an der barocken Josephsfigur. Vom Viehtor aus der Erbauungszeit steht der innere Bogen noch.

Ein runder Eckturm ist Auf der Lay und der Bergseite zu sehen und auf der Talseite der sogenannte Scharfe Turm. Der Turm am Rhein wurde als Zollturm genutzt und später auch als Gefängnis. Der Scharfe Turm ist auch ein Tatort für die Festsetzung und Folterung der Hexerei bezichtigter Frauen und Männer Mitte des 17. Jahrhunderts. Heute dient der Turm Veranstaltungen als Schauplatz.

Mit dem Rheintor verbunden ist das Deutsche Haus. Das Hotel wurde 1566 erbaut und ist im Untergeschoss massiv mit Fachwerk darüber und zierenden Volutengiebeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Zwerchhäuser stammen aus dem 16. Jahrhundert. Das langgestreckte Haus prägt wunderhübsch einen Teil der Uferzone.

Älter ist die katholische Pfarrkirche St. Dionysius. Sie stammt aus dem beginnenden 13. Jahrhundert. Ihr auffällig massiger Turm ist spätromanisch und der Saal spätgotisch. Er wurde Anfang des 16. Jahrhunderts gebaut. Im Inneren lenkt der barocke Hochaltar mit dem Heiligen die Blicke auf sich, flankiert von den Seitenaltären im ähnlichen Stil. Die Kirche steht erhöht beim Friedhof.

Die katholische Pfarrkirche St. Theresia liegt außerhalb der historischen Altstadt und wurde 1908 geweiht. Im Inneren setzen Farben Akzente. Schön anzusehen sind zudem der Hauptaltar und die Maßwerkfenster. Es gab auch mal eine Synagoge in Rhens. An dem heutigen Wohnhaus erinnert ein Schild an ihr Ende 1938.

Über B 9 und Rhein thront der Königsstuhl. Der Achteckbau auf dunklen Lavaquadern wurde 1842 gebaut und erinnert an den Kurverein von Rhense. Dieser Kurverein war eigentlich ein Kurfürstentag, fand 1338 statt und legte fest, dass nur die sieben Kurfürsten den römischen König und späteren Kaiser zu wählen hatten und sonst niemand. Das schoss gegen den Papst und die Kurfürsten sicherten sich so ihre Machtposition im Reich.

Schon zuvor und bis ins 15. Jahrhundert hinein war Rhens beliebter Treffpunkt der Kurfürsten, um über einen neuen König zu sprechen, denn in Rhens trafen die Hoheitsgebiete von gleich vier Kurfürsten zusammen: den Erzbischöfen von Trier, Köln und Mainz und dem Pfalzgraf bei Rhein. Die Besprechungen fanden im Nussbaumgarten statt. Der heutige Königsstuhl steht dagegen auf eine Anhöhe, dem Schawall, und bietet nicht nur Historie, sondern eine wunderbare Aussicht auf den Rhein und hinüber in den Taunus.

Der Traumpfad Wolfsdelle kommt am Königsstuhl vorbei. Nach dem Start am Rhenser Rathaus geht es durch das Viehtor auf das Reinplateau mit einem Abstecher zum herrschaftlichen Gestühl mit Aussicht auf das Rheintal zur gegenüberliegenden Marksburg und bis zur Burg Ehrenbreitstein. Auch der Rheinburgenweg beehrt Rhens und startet hier seine achte Etappe mit Ziel Bad Salzig.

Westlich von Rhens liegt der Ort Waldesch mit der katholischen Pfarrkirche St. Antonius. Der Saalbau aus Schieferbruchstein stammt aus dem Jahr 1836 und der Architekt war Johann Claudius von Lassaulx. Waldesch hat eine eigene Autobahnabfahrt (40) von der A 61 und gilt Koblenzern als das Tor zum Hunsrück.