Reichelsheim (Wetterau)

Im Norden der Wetterau liegt die Gemeinde Reichelsheim inmitten von Feldern und Wiesen, ganz entspannt zwischen Frankfurt am Main und Gießen. Nördlich grenzen Wölfersheim und Echzell an, östlich Ranstadt, südlich Florstadt, westlich Friedberg und Bad Nauheim.

Durch Reichelsheim fließt die Horloff. Die Horloffaue ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Auenverband Wetterau. Doch außer reichlich Landschaft hat Reichelsheim, neben einem Segelflughafen, kleine feine Sehenswürdigkeiten zu bieten, denn der Besucher schaut genau und findet Reste der früheren Stadtbefestigung.

Neben den schützenden Stadtmauerresten ist das Stadttor mit Storchenturm am Friedhof zu sehen und vier von vormals sieben Wehrtürmen. Der Hexenturm in der Turmgasse erinnert an die Hexenverfolgung, denn hier wurden der Hexerei bezichtigte Leute, wie der im Ort bekannte Hans Geis, gefangen gehalten, bevor er fliehen konnte.

Besonders hübsch ist auch das Rathaus in Reichelsheim mit einem vorgelagerten Turm. Turm und massives Erdgeschoss sind im 16. Jahrhundert entstanden. Fachwerkober- und -untergeschoss stammen aus dem Jahre 1852. An der Westseite des Rathauses ist eine Nassauische Amts-Elle montiert. Des Längenmaß entspricht 60cm. Vor dem Rathaus erinnert ein Soldat an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges (1870-71).

Überragend im wörtlichen Sinn ist die evangelische Laurentiuskirche in der Panoramaansicht. Die spätgotische Kirche wurde im 15. Jahrhundert dreischiffig errichtet. Im Innern sind Malereien aus der Bauzeit. Ebenso Fresken in den Gewölbekappen. Auffallend ist, dass die Orgel hinter dem Altar steht, was nicht immer so war. An der gegenüberliegenden Seite stand sie einst auf einer Empore. Heute hängt dort ein großes Kruzifix. Ortsbildprägend ist der 22m hohe begehbare viereckige Turm, der einst Wehrturm war, mit achteckiger Spitzhaube.

Am Südwestrand von Reichelsheim liegt der 1ha große Schützensee, umgeben von einer charmanten Grünanlage, die zum Verweilen einlädt.

Nach Norden schließt sich der Reichelsheimer Stadtteil Heuchelsheim an. Hier gibt es nicht nur ebenfalls kleine Teiche – die bezeichnenderweise Heuchelsheimer Teiche heißen. Im Ort steht auch die schöne evangelische Kirche aus der Zeit der Gotik um 1420. Der vergleichsweise hohe Turm mit Spitzhelm reckt sich keck in den Wetterauer Himmel.

Verlässt man Reichelsheim nach Osten, kommt man zum Stadtteil Blofeld. Hier erstreckt sich der Hohe Berg (216m) und an ihm erhebt sich Der Wilden Frauen Gestühl, ein 2,50m langer und 1,50m breiter Basaltblock mit drei künstlichen Vertiefungen im Wald.