Pilotgebiet Rhein-Main

Das Pilotgebiet Rhein-Main verdankt seinen Namen nicht etwa einem Ausbildungsfluggelände des Frankfurter Flughafens, sondern dem Regionalpark Rhein-Main. Der will das Rhein-Main-Gebiet mit vielen Naherholungsgebieten und Ausflugszielen bestücken, um die Lebensqualität der Metropolregion nachhaltig zu verbessern. Der Regionalpark Rhein-Main wertet die Rhein-Main-Region dabei nicht nur als Wohnumfeld, sondern auch touristisch auf.

Mit dem Pilotgebiet entlang des Maintals fing alles an, denn es war der erste zusammenhängende Abschnitt, 27km lang, zwischen Hattersheim, Flörsheim und Hochheim. Ein bisschen hat das Ganze auch mit dem Flughafen zu tun, denn durch die Regionalpark-Anlage werden wertvolle Ausgleichsgebiete geschaffen.

Ganz im Westen liegt die Wein- und Sektstadt Hochheim mit ihren gemütlichen Straußenwirtschaften und dem Königin-Victoria-Denkmal am gleichnamigen Weinberg. Den kennt man vor allem in Großbritannien und schwört auf den „Hock“, wie man mittlerweile ganz pauschal alle Rheinweine im Englischen nennt. In Hochheim kann man Hessens erstes Weinbaumuseum besuchen. Hochheims sehenswerte Altstadt gruppiert sich um die Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Die Stadtteile von Flörsheim haben viel Abwechslung zu bieten. Für Naturliebhaber von besonderem Reiz ist das Gelände der Weilbacher Kiesgruben, hier kann man sich sogar mit Dichtkunst im Haus des Dichters befassen und vom Aussichtsturm den weiten Blick über das Rhein-Main-Gebiet genießen.

Das sehenswerte Kurstädtchen Bad Weilbach versetzt den Betrachter ins 19. Jahrhundert zurück mit den ehemaligen Bade- und Kurhäusern. Schön ist es über die Platanenallee zu lustwandeln. Unerschrockene nehmen einen Schluck vom Schwefelbrunnen, der nicht umsonst Faulborn heißt.

Flörsheim-Wicker steht wie Hochheim im Zeichen der Weinbautradition. Besonderer Höhepunkt ist eine Besichtigung der Flörsheimer Warte, einem Wehrturmnachbau, der im Zuge der Erschließung der Regionalpark-Rundroute 1996 nach altem Vorbild errichtet wurde. Zwischen der Flörsheimer Warte und der St. Anna Kapelle erstreckt sich die Flörsheimer Schweiz, die dem Wanderer ein wenig Steigung verspricht und einen kunstvollen Aussichtsturm: den Flörsheimer Eisenbaum.

Hattersheim am Main hat mit dem Alten Posthof ein Kulturhighlight zu bieten und eine ehemalige Schokoladenfabrik: Sarotti. Rund um den Sarotti-Turm entsteht derzeit ein neues Wohngebiet. Besonders sehenswert für Blumenliebhaber ist das Rosarium in Hattersheim-Okriftel – über hundert Sorten Rosen! Malerisch ist die Wasserwerkallee, an der das Rosarium liegt. Im Stadtteil Eddersheim ist eine 350m lange Doppelschleuse als Industriedenkmal ausgewiesen.

Wer die Regionalpark-Rundroute im Pilotgebiet Rhein-Main beginnt, kann nicht nur Land und historische Bauwerke sowie die Weintradition erwandern, sondern bekommt auch noch reichhaltig Kunst für die Sinne, Aussichtpunkte, die so nicht gewachsen sind, wie der Eisenbaum oder das Vogelnest, überlebensgroße Raben, Türme, die an einen sich entfaltenden Halm erinnern, Steinskulpturen, Spiel- und Klettermöglichkeiten – viel Abwechslung in direkter Nähe der Großstadt und ruckzuck zu erreichen, über die Autobahnen A 66, A 67 oder die A 3 sowie mit der S-Bahn-Linie S1.