Massenheim (Hochheim am Main)

Durch Landwirtschaft und Weinbau ist der Hochheimer Stadtteil Massenheim geprägt, da sich aufgrund des Klimas und der Verfügbarkeit von Wasser dies anbot. Der Wickerbach fließt durch Massenheim, das auf eine Ersterwähnung im Jahr 819 zurückschauen kann. Der Weinbau in Massenheim gehört zur Großlage Daubhaus im Rheingau.

Neben dem historischen Ortskern von Massenheim gibt es die südwestlich in den 1970er Jahren entstandenen Gartenstadt, eine Reihenhaussiedlung. Westlich davon ist ein Golfplatz. Zur Naherholung lädt das Naturschutzgebiet Massenheimer Kiesgruben, das an einigen kleinen Seen allerlei Lebewesen einen Lebensraum bietet.

Im Rahmen der Entwicklung des Regionalparks Rhein-Main wurde an der Regionalpark-Rundroute die Aussichtsplattform Vogelnest. Acht Brettschichtholz-Rundstützen tragen eine Konstruktion, die von weitem aussieht wie ein Vogelnest. Von oben hat man einen schönen Blick hinüber nach Wiesbaden und über den Main-Taunus.

Zwischen Alt-Massenheim und der Gartenstadt verläuft in der Wickerbachaue der Weg zur Regionalpark-Rundroute Rhein-Main. Nördlich begonnen in der Bildhauer-Wiese, gelangt man über den Schilfgarten zur Grünanlage Pfortenborn, besichtigt den Ortskern, kommt am Pappeloval vorüber zur Ranklaube und nach Wicker.

In Massenheim, an einer Hanglage zum Wickerbachtal, fällt der massige Turm der ehemaligen Wehrkirche aus dem 15. Jahrhundert auf. Die Saalkirche mit gotischem Portal entstand im 18. Jahrhundert. Die Innenausstattung entspricht dem Stil des Frühklassizismus. Der Taufstein mit Engelchen und Blattwerk entstammt dem Barock.

In der Schlossgasse fällt das ehemalige Rathaus ins Auge. Der stattliche zweigeschossige Fachwerkbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die benachbarte Zehntscheue wurde 1706 gebaut. Massenheim hat einen recht großen und geschlossenen historischen Ortskern zu bieten. Darin Hofreiten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Die Straßenbezeichnung Schlossgasse lädt den Spaziergänger ein, dass Schloss zu suchen. Man wird kein klassisches Schloss mit Schwanstein-Türmchen finden, sondern ein zweigeschossiges Naturstein-Gebäude mit Mansarddach und sieben Achsen. Es ist im Privatbesitz und war einst Sommerresidenz des Prinzen Friedrich von Anhalt Köthen, der es seiner Schwester Maria Magdalena schenkte. Das Schloss Massenheim wird von zwei weiteren Gebäuden flankiert, die einen Innenhof umgeben.

Sehenswert ist auch die Hofreite am Schloss. Das Fachwerkensemble steht, wie rund vierzig Gebäude insgesamt im Ortskern, unter Denkmalschutz. Die Hofreite hat ein Herrenhaus, eines fürs Gesinde, eine Fachwerkscheune und einen Gewölbekeller. Sie steht für Feiern und Veranstaltungen zur Verfügung. Hier werden wohl recht gerne Hochzeiten gefeiert.

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