Obergladbach

Im Oberlauf des kleinen Gladbachs liegt am Westhang des Rabenkopfs (466m) das zu Schlangenbad gehörende Dörfchen Obergladbach. Entstanden ist der Ort als Siedlung von Waldarbeitern und Köhlern aus Thüringen, die zur wirtschaftlichen Nutzung des Hinterlandswaldes hier angesiedelt worden waren.

Einem dieser Köhler ist es zu verdanken, dass es in Obergladbach seit 1703 die schmucke Nikolauskapelle gibt, denn sie ging auf die Spende eines Köhlergesellen zurück. Der kleine, verputzte Saalbau wird von einem Schieferdach mit zierlichem Zwiebeldachreiter gekrönt. An der östlichen Außenwand steht in einer mit einem schmiedeeisernen Kreuz geschmückten Nische eine bäuerlich-barocke Holzfigur des heiligen Nikolaus.

Geht man von Obergladbach aus südlich durch den Kiedricher Wald, kommt man zum Mapper Hof. Der Mapper Hof soll bereits 1173 durch das Kloster Eberbach angekauft worden sein. Im 17. Jahrhundert erwarb Friedrich von Greiffenclau von Schloss Vollrads die Liegenschaft. Nach seinem Tod wurde hier 1749-53 ein neues Wohngebäude errichtet, das 1986 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Die Scheunen und Wirtschaftsgebäude stammen aus den 1930er Jahren. Im Wald südwestlich des Mapper Hofs liegt eine kleine Kapelle, die die wesentlichen Geschichtsdaten zum Mapper Hof auf einer Inschrift widergibt.

Folgt man von Obergladbach aus dem Bachlauf in Richtung Niedergladbach, kommt man im Tannenweg 2 an einem kleinen Fachwerkwohnhaus vorbei. Die Konstruktionsmerkmale deuten auf eine Entstehung um 1600 und damit vor dem Dreißigjährigen Krieg hin, was für den ländlichen Raum eine Seltenheit ist.