Oberbrechen

Am Zusammenfluss von Laubusbach und Emsbach etwas südlich von Niederbrechen liegt Oberbrechen, das Dorf der Kapellen. Wie Niederbrechen auch, hat es eine ähnliche Hanglage und der Laubusbach fließt mitten durch den Ort, der von gleich sechs Kapellen in und um das Dorf herum geprägt ist.

In Oberbrechen ist auch das Heimatmuseum Brechen in der alten Schule untergebracht. Das Gebäude wurde 1845 errichtet und bis 1966 als Volksschule genutzt. Sehenswert ist neben den Gegenständen aus dem häuslichen und kirchlichen Leben, der Landwirtschaft und dem Handwerk vor allem das Fotolabor des über 100 Jahre alten Fotogeschäftes Ehrlich aus Niederbrechen.

Die Pfarrkirche der Heiligen Sieben Brüder auf einem Felsen inmitten des Dorfes ist ein Erweiterungsbau von 1933 der alten barocken Kirche. Die barocken Altäre im Innern wurden übernommen von der alten Pfarrkirche aus dem Jahr 1652. Seit einer umfassenden Innenrenovierung passt sich die neue Ausmalung diesen Altären an.

Im Wald östlich von Oberbrechen befindet sich in Richtung Weyer die so Wallanlage Alteburg. Die rechteckige Wallanlage, die zunächst als Schanze aus dem Dreißigjährigen Krieg galt, ist vermutlich ein Vorposten römischer Soldaten oder Händler, der spätestens nach der Varusschlacht im Jahr 9 n.Chr. aufgegeben wurde. In unmittelbarer Nähe der Alteburg wurden rund sechzig Hügelgräber aus der Hallstattzeit (etwa 500 v.Chr.) gefunden.

Etwas später – genauer 1890 – wurde in Oberbrechen Joseph Neuhäuser geboren. Er war zu seiner Zeit ein bekannter Komponist von Blasmusik und mindestens eines seiner Werke ist auch heute noch international bekannt, nämlich der 1936 kompnierte Westerwaldmarsch, zu dem einige Westerwälder zuvor auf einer Skihütte im Daadener Land die Zeilen texteten: Oh du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt, jedoch der kleinste Sonnenschein dringt tief ins Herz hinein.

Regionaler Bezug:

Hessen Kreis Limburg-Weilburg Taunus Untertaunus Goldener Grund Brechen