Laubuseschbach

Der Laubusbach entspringt nordöstlich von Weilmünster-Wolfenhausen und fließt über 14km dem Emsbach zu, den er bei Oberbrechen im Goldenen Grund erreicht. Hier am Laubusbach stand einst die Burg Eschbach, in denen die Herren von Molsberg als Vögte eingesetzt waren. Diese delegierten die Aufgaben an die Ritter von Elkershausen und schließlich wird die Familie von Schönborn alleiniger Lehensträger.

So war es dann auch noch 1605, als hier auf Burg Eschbach Johann Philipp von Schönborn geboren wird. Von Schönborn war einer der herausragenden Politiker und Kirchenmänner im 17. Jahrhundert. Er war in Personalunion zeitgleich Bischof von Mainz, Worms und Würzburg und damit auch Kurfürst von Mainz und Reichserzkanzler für Deutschland. Johann Philipp von Schönborn wurde von der Nachwelt als deutscher Salomo gerühmt und hat wesentlichen Anteil an der Beendigung des Dreißigjährigen Kriegs durch Schluss des Westfälischen Friedens.

Leider ist von Burg Eschbach nichts mehr zu sehen, das an diese glanzvolle Vergangenheit erinnern könnte. Die etwas jüngere Geschichte greift dafür das 2000 eröffnete Dorfmuseum Laubuseschbach auf. Es befindet sich im ehemaligen Rathaus und umfasst sieben Räume, die sich auf 130qm mit der Geschichte des Ortes und seinen Bewohnern beschäftigt. Die Ausstellungsstücke aus den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk, Wohnkultur wurden von den Bewohnern zusammen getragen und werden durch Ausstellungen kleiner Privatsammlungen passend ergänzt.

Eins der sicherlich ungewöhnlichsten und kleinsten Museen Hessens ist das Lichthäuschen in Laubuseschbach. Seit Ende 2003 wird der ehemalige Transformatorenturm mit einer Größe von nur 4,8qm als Museum geführt. Es bietet heimischen Künstlern die Möglichkeit ihre Kunstobjekte auszustellen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei ist es egal ob man Bilder, Architektur oder interessante Sammlungen der Kinder zeigen möchte. Der Besitzer und die Ausstellungsleiterin sorgen dafür das das kleine Museum nie uninteressant für Besucher wird und gestalten die Ausstellungen mit viel Liebe zum Detail.

Die Erinnerungen an die jüdische Zeit und einen Ort der Ruhe birgt der jüdische Friedhof in Laubuscheschbach, der dem Landesverband der jüdischen Gemeinden des Landes Hessens gehört. Er ist öffentlich zugänglich. Die letzte Beerdigung wurde hier 1932 vollzogen. Sehenswert auf den knapp 3000 Quadratmetern sind besonders die alten Grabsteine, manche mit hebräischer Schrift.

Nur einen Kilometer südlich von Laubuseschbach liegt Wolfenhausen an der Quelle des Laubusbachs. Hier wurde am 31. Mai 1802 der berühmte Räuber Johannes Bückler, auch Schinderhannes genannt, gefangen genommen.