Neuenkleusheim

Ganz im Osten des Panneklöpper Landes, wo ein Bergkamm mit dem Engelsberg (589m) als höchster Erhebung des Stadtgebiets von Olpe das Gebiet vom benachbarten Littfelder Grund im Siegerland trennt, liegen die beiden Orte Altenkleusheim und Neuenkleusheim. Im Mittelalter hatte die Grenze eine wichtige Bedeutung. Kölsches Heck genannt, schottete eine starke Befestigung aus Dornenhecken und Gräben das evangelische Siegerland von den katholischen Nachbarn im Ebbegebirge ab. Heute sind sich die Nachbarn zum Glück friedlicher gesinnt.

Dass im Land um Olpe bis heute der katholische Glaube überwiegt, erkennt man gut an den zahlreichen Kirchen und Kapellen. Auch in Neuenkleusheim ist das nicht anders. Die schlicht weiß verputzte St. Georgskirche mit dem für die Region typischen Schieferdach dominiert mit dem geschwungenen Turmhelm das Ortsbild. Der Turm hat einen quadratischen Grundriss und ist glatte hundert Jahre älter als Kirchenschiff und der Chor. Er entstand 1727, letztere erst 1827.

Interessant ist die Orgel, die auf das Jahr 1663 datiert und - zumindest teilweise - aus dem ehemaligen Kloster Drolshagen hierher übersiedelt wurde. Ebenfalls einen zweiten Blick wert sind die beiden erhaltenen Sandstein-Grabkreuze aus 1715 bzw. 1723 direkt neben der Kirche. Sie zeigen an, wo sich einst der Friedhof befand.

Ein wenig außerhalb von Neuenkleusheim in der Gemarkung in der Beißmicke findet man die kleine Marienkapelle. Sie entstand 1945 aus Dankbarkeit über das Kriegsende. Sie liegt still und abseits von der Alltagshektik im Wald und zieht auch heute noch Menschen an, die hier ein Gebet sprechen möchten.

Wir bleiben im religiösen Themenbereich: Südlich von Neuenkleusheim, am nördlichen Hang des Ratzelbergs (460m) ist der ehemalige jüdische Friedhof zu finden. Er war nicht sehr lange in Gebrauch, nur etwa von 1781-1876, als es im Ort eine kleine jüdische Gemeinde gab. Seither haben der Zahn der Zeit und die Zerstörungen während des Dritten Reiches ihre Spuren an den Gräbern hinterlassen. Die Grabhügel sind aber bis heute zu sehen.

Sehr katholisch geht es wieder in Altenkleusheim zu, auf der Südseite des Ratzelbergs. Seit 1913 gibt es hier die Lourdes-Grotte Altenkleusheim. Wie es der Name nahelegt, handelt es sich dabei um ein Marien-Heiligtum nach südfranzösischem Vorbild. Theodor Göbels, seines Zeichens Pfarrvikar in Altenkleusheim, ließ sie aus Dankbarkeit errichten, denn er war in Lourdes von einem Magenleiden geheilt worden. Zur Einweihung der Altenkleusheimer Grotte kamen immerhin rund 6.000 Pilger aus nah und fern.

Regionaler Bezug:

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