Moselkern

Als Tor zur Burg Eltz bezeichnet sich der Moselkern, das an der Mündung des Elzbachs in die Mosel liegt. Der Elzbach schlängelt sich von seiner Quelle in der Hocheifel am Hochkelberg (675m) über fast 59km durch ein romantisches Tal bis zur Moselmündung. Von Monreal bis nach Moselkern gibt es einen gut ausgeschilderten Wanderweg, der auch Teil des Jakobsweges ist. Gegenüber von Moselkern fällt der Blick auf den Druidenstein, einem großen Felsabhang, auf welchem eisenzeitliche Reste einer Befestigung entdeckt wurden.

Sehenswert in Moselkern ist das wundervoll in Fachwerk gearbeitete historische Rathaus im Ortskern. Es ist das älteste Rathaus an der Mosel und dient nach zwischenzeitlicher Nutzung als Kloster heute wieder als Rathaus für Trauungen, Feierlichkeiten und Veranstaltungen. Um 1535 wurde in der Oberstraße mit dem Rathausbau begonnen. Einen Anbau erhielt das Haus 1590. Der moselfränkische Fachwerkbau ist nur 9m breit, dafür aber 14m hoch und 18m tief.

Das im Ursprung als Rathaus geplante Gebäude diente ab 1909 als Niederlassung der Dienerinnen vom Heiligen Herzen Jesu. Aus dieser Zeit stammt die Kapelle im ersten Obergeschoss, die noch heute so erhalten ist, wie Mitte des letzten Jahrhunderts eingerichtet. Aus jener Zeit hat das alte Rathaus den Moselkerner Beinamen Klösterchen.

Seit rund 800 Jahren prägt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Valerius Moselkern. Die Kirche hat romanische Zwillingsfenster, wobei das Kirchenschiff 1789 als neobarocker Saal neu gebaut wurde. Der verputzte Turm wirkt trutzig, unterstrichen wird der von außen wehrhafte Charakter durch den Saal in Bruchstein.

Auf dem Kirchenvorplatz ist das Replikat des um 1800 in Moselkern gefundenen Merowinger Kreuz auf einer Stele aufgestellt. Das Original des Merowinger Kreuz aus Moselkern wird im Rheinischen Landesmuseum Bonn verwahrt. Das Merowinger Kreuz stammt aus dem 7. Jahrhundert und ist ziemlich einmalig. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um die älteste Darstellung des Gekreuzigten nördlich der Alpen handeln könnte.

Ein Beispiel einer ganz anderen Zeit stellt der Bahnhof in Moselkern dar. Er ist um 1910 entstanden und war bereits mit Neonlampen und einer Dampfheizung ausgestattet. Der Bahnhof-Komplex besteht aus einer eingeschossigen Empfangshalle, einem Fachwerkgüterschuppen und einem zweigeschossigen Wirtschaftsgebäude, inklusive einer Wohnung. Irgendwie könnte hier auch Jim Knopf neu verfilmt werden.

Auf dem Wanderweg zur Burg Eltz, der so um die vierzig Minuten in Anspruch nimmt, durchquert man das schöne Elzbachtal. Der halb verfallene Gebäudekomplex links des Weges ist die alte Tuchfabrik, die 1993 ihre Arbeit einstellte. Über einen Zeitraum von rund 170 Jahren wirkte die Wasserkraft des Elzbachs an der Entstehung der Wolltuche mit.

Im Kastaniengarten des ehemaligen Hotels Burg Eltz, heute Haus Burg Eltz, findet am dritten Juliwochenende das Heimat- und Weinfest von Moselkern statt. Früher stiegen hier die gut Betuchten für ihre Ferien ab. Ungewöhnlich am Haus ist die schmiedeeisern gezierte Veranda.

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