Burg Eltz

Die Königinmutter aller deutschen Burgen, so möchte man sie nennen, die hübsche, reizvolle und einmalig gut erhaltene Burg Eltz. Sie prunkt auf einem steilen Felsen über dem Elzbach, in einem märchenhaften Seitental der Mosel bei Wierschem. Burg Eltz zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie zu den wenigen historischen Bauten Europas zählt, die von Krieg, Plünderung und Schleifung verschont geblieben ist, was unter anderem dem diplomatischen Geschick der Herren von Eltz zu verdanken war. Burg Eltz zierte von 1961-95 sogar den 500-DM-Schein.

„Hoch, großartig, fremd, düster – ich habe noch nichts Ähnliches gesehen“, sagte Victor Hugo beim Anblick der adeligen Burg Eltz, die hoch (320m ü. NN) und doch eingebettet im Naturschutzgebiet im Eltzer Wald liegt, mit dem Wandergebiet und dem Traumpfad Eltzer Burgpanorama.

Architektonisch ein absolutes Unikat ist die Ganerbenburg insbesondere durch die acht bis zu 35m hohen Wohntürme der sieben Familienzweige. Statt sich also zu kloppen, errichtete jeder Zweig für sich vom 12. Jahrhundert bis 1650 eine Art Burg auf der Burg und man kümmerte sich im Verbund um die Erhaltung der gemeinsam genutzten Bauten. Worauf man nicht verzichtete, war die reiche Ausgestaltung einer jeden Residenz, hübsch und schmuck. Besonders eindrucksvoll, das Blickfeld quillt über, ist dies zu bestaunen, wenn man vom Burghof aus die Türme, Portale, Fronten und Giebel, Dächer und Türmchen visuell zu fassen bekommt.

Man sollte sich eine Innenraumführung mit Zeitreise durch die Geschichte gönnen. Nicht nur Jungs haben sicher viel zu sehen in der Waffenkammer mit einer in den Türkenkriegen erbeuteten Waffensammlung und dem Rittersaal mit Rüstungen. Spätestens in den Rübenacher Gemächern summt das kleine Mädchen in uns die Filmmusik vom deutsch-tschechischen Märchenklassiker “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Einfach traumhaft, das Stufenbett mit geschnitztem Baldachin, umgeben von gotischem Rankenwerk.

Die Rodendorfer Häuser zeigen das Kurfürstenzimmer mit einem französischen Gobelin, noch mehr Ritter- und Waffenutensilien, im Fahnenzimmer beeindruckt das spätgotische Netzgewölbe und der schöne Kachelofen. Und noch mal Erinnerung an Aschenbrödel liefert die Rodendorfer Küche mit ihrer Einrichtung aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Funkelnde Augen spiegeln sich sicher in der Rüst- und Schatzkammer in den Kleinoden. Kurioses findet sich hier auch, denn das Sammeln teilweise humorigen Kunsthandwerks zählte im 16. und 17. Jahrhundert zu den Beschäftigungen des Adels. Ein fantastisches Beispiel dafür ist das Trinkgefäß mit dem Titel: Die Völlerei - von der Trunksucht befördert, oder Trinkspiele. Für andere Arten von geselligem Aufeinandertreffen steht die Pistolenaxt. Eine Kombiwaffe, die bei Reitern, die wenig Waffen im Galopp mitnehmen konnten, beliebt war. Vorne Steinschlosspistole und hinten Streitaxt. Schmückendes für die Damen und Nützliches wie beispielsweise Reiseessbesteck gibt es dort auch zu sehen.

Nur rund 230m Luftlinie entfernt liegt die Burg Trutzeltz, die 1331 entstand und nur aus dem einen Grund: als Belagerungsburg gegen Burg Eltz. Aus lauter Trutz, sozusagen. Erzbischof Balduin wollte mehr Macht an der Mosel, was einige Ritter und die Eltzer nicht unterstützen wollten. Waffengewalt konnte Burg Eltz nicht bezwingen, trotzdem mussten die Eltzer 1333 im Frieden bitten. Die Fehde wurde 1336 beigelegt und die Trutzeltz galt 1453 schon als verfallen. Was heute aus dem Wald ragt, sind rund 10m hohe Mauerreste.