Meerfelder Maar

Seehotel Maria Laach
Seehotel Maria Laach

In Meerfeld im Ferienland Manderscheid am Westrand der Vulkaneifel tanzt man nicht auf dem Vulkan, sondern im Vulkan. Meerfeld liegt nämlich inmitten des größten Maarkessels der Eifel, im Meerfelder Maar, am Nordfuß des Mosenbergs (517m) in einer kreisrunden Ebene rund 324m über dem Meeresspiegel. Wo einst tropische Urstände herrschten, leben heute um die 370 Menschen, umgeben von mannigfaltiger Natur und einem Schutzgebiet, wo sich beispielsweise auch gelbe Schwertlilien wohl fühlen. Fast 65% des Gemeindegebiets von Meerfeld sind bewaldet.

Nach neusten Erkenntnissen hat sich das Meerfelder Maar 5km westlich von Manderscheid vor mindestens 40.000 Jahren gebildet. Heißes Magma stieß auf eine wasserhaltige Gesteinsschicht und es kam zu einer Explosion, wobei das Wasser verdampfte, Gesteinsbrocken nach oben geschleudert wurden und sich der Hohlraum erneut mit Gestein und Wasser füllte.

Der Maarkessel, in dem ein See und das Dorf Meerfeld Platz haben, hat einen Durchmesser von 1.500m. Das einst 400m tiefe Maar hat rund die Hälfte durch nachrutschendes Gestein eingebüßt. Auch der See war früher tiefer. Heute misst er noch 17m, weil in den 1880er Jahren der Wasserspiegel künstlich gesenkt wurde, um Weideland zu gewinnen. Der 24ha große Meerfelder See verlandet nach und nach. Doch noch haben 15 Fischarten, Zig Sommerbadelustige und ein Teppich von Seerosen viel Gefallen an See im Meerfelder Maar.

Auf den Maarfelder See lässt sich hervorragend bei einer Wanderung vom nördlich auf dem höchsten Punkt des Kraterwalls gelegenen Aussichtsturm Landesblick schauen. Ein schöner Blick hinein ins Ferienland Manderscheid und über die westliche Vulkaneifel bieten sich nach dem Aufstieg.

In Meerfeld bietet das privat geführte Handwerksmuseum im Alten Schmiedehaus aus dem Jahre 1789 einen Blick zurück in vergangene Zeiten. Fünf Generationen lang diente es einer Schmied-Familie als Wohnstätte. Zahlreiche Gerätschaften aus der früheren Werktätigkeit sind hier zu finden und stellen die damaligen Berufe dar, wie natürlich den Schmied, Stellmacher, Küfer, Schuster und die Landwirtschaft.

In der Kirchstraße steht die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, ein 1777 errichteter dreiachsiger Saalbau mit einem mittelalterlichen 1865 aufgestockten Westturm. Das ehemalige Pfarrhaus im Vulkanweg ist ein stattlicher sechsachsiger Putzbau mit dem Baudatum 1807. Die Gesamtanlage mit Scheune und Hof steht unter Denkmalschutz.

Selbstredend ist das Meerfelder Maar eine Eifelattraktion, die von etlichen Wanderwegen erschlossen ist. Als erstes empfiehlt sich vor Ort eine Meerfeld-Rundwanderung. Sie misst 15km und bietet einen faszinierenden Blick in den Vulkanismus der Eifel. Die mit einem S gekennzeichnete Tour startet im Maarmuseum Manderscheid und umfasst neben dem Meerfelder Maar die vier Vulkane der Mosenberggruppe inklusive Wasserfall, Kleine Kyll, die romantische Wolfsschlucht, den Mosenberggipfel, den Windsborn-Kratersee, dem einzigen Bergkratersee nördlich der Alpen – das hat schon was!

Der Vulkamaar-Pfad (27km) beinhaltet ebenso Manderscheid, Bettenfeld und Meerfeld mit den Seen und dem Reihenvulkan Mosenberg. Auch sind einige geologische Aufschlüsse und Sehenswürdigkeiten Meerfeldens an einem der drei Geo-Routen-Abschnitte. Das Meerfelder Maar liegt längs des Maas-Rhein-Weges und des Vulkanwegs. Hinzu kommen kürzere Ortswanderwege, sozusagen ist es schon beinahe unmöglich auf keinen Wanderweg zu stoßen, wenn man sich dort zu Fuß bewegt.

IVW