Manderscheid

Der heilklimatische Kneipp- und Kurort Manderscheid im Westen der Vulkaneifel liegt auf 388m auf einer kleinen Hochfläche zwischen Kleiner Kyll im Westen und der Lieser im Osten. Die Kleine Kyll, ein 24km langer Fluss, der nordöstlich von Neroth entspringt, mündet südlich von Manderscheid in die Lieser. Ortsbildprägend sind die Manderscheider Burgen, die für den mittelalterlichen Streit zwischen Trier und Luxemburg stehen und zahlreiche Besucher anlocken.

In der Kurfürstenstraße lädt das Heimatmuseum Manderscheid dazu ein, sich eingehender mit dem Zank der Burgherren zu befassen. „Vom Bauernhof zum Kurort“ bezeichnet eine der fünf Abteilungen des Manderscheider Heimatmuseums. Wissenswertes um die Geschichte der Region sind hier zu finden und natürlich auch Ausstellungsstücke, wie eine Eifeler Bauernküche, eine Spinn- und Webstube, eine Schusterwerkstatt und landwirtschaftliche Geräte in der Scheune. Das Heimatmuseum befindet sich in einem repräsentativen zweistöckigem und siebenachsigem Krüppelwalmdachbau mit Dacherkerchen und Schlagläden.

Ein Muss für alle, die sich für den Vulkanismus in der Eifel interessieren, ist ein Besuch im Maarmuseum Manderscheid. Es beherbergt das Eckfelder Urpferdchen und zahlreiche andere einmalige Fundstücke aus dem Eckfelder Maar. In einer silbernen Röhre reist es sich in den Erdkern, da glüht es rot, es vibriert und man wird als Lava wieder ausgespuckt. Die Simulation macht nicht nur Kindern Spaß. Themenschwerpunkt ist die Geschichte und Entstehung der Eifelmaare, der Augen der Eifel, wie Clara Viebig sie nannte. In einem begehbaren Maarmodell lässt sich die Entstehung nachvollziehen. Auch kann man die Flora und Fauna eines Trockenmaares in Ruhe studieren.

Das Maarmuseum in der Wittlicher Straße hat einen interessanten Bau für seine Niederlassung gefunden. Die ehemalige Turn- und Festhalle ist ein interessanter Baukörper, entstanden um 1930 im Stil des Neuen Bauens mit expressionistischen Formen.

Eine weitere Sammlung ist ein Eldorado für Gesteinsfreunde. Die private Sammlung Die Steinkiste zeigt Gesteine, Mineralien, Fossilien in mannigfaltiger Ausgestaltung an Farben und Formen. 1500 Exponate hat Hans Stölben am Markt zusammengetragen.

In der Kirchstraße in Manderscheid wurde an den Westturm (um 1700) eines Vorgängerbaus, als insgesamt dritte Kirche 1968 die katholische Lebensbaumkirche eingeweiht, zugehörig zur Pfarrei St. Hubertus. Die Lebensbaumkirche in Manderscheid hat eine ganz besondere Konstruktion. Unter dem Altar in der Krypta befindet sich das Taufbecken, aus dem als Säule der Lebensbaum zur Decke strebt und sie durchbricht. Die Krone des Baums trägt den Altar. Die Ausgestaltung in der Formensprache entspricht den 1970er Jahren. Die sehenswerte Pietà stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Der Bildhauer Johann Baptist Lenz (1922 in Oberkail geboren, 2007 in Bitburg verstorben) ist ein in der Region bekannter Bildhauer, dessen Wirken an einigen Brunnen zu sehen ist, wie dem Eisenschmitter Clara Viebig Brunnen oder dem Jahrtausendbrunnen vor dem Rathaus in Manderscheid.

Das Manderscheider Rathaus ist eine ehemalige kurfürstliche Kellerei. Der fünfachsige Putzbau ist hübsch saniert. Am Brunnen schellt der Ausrufer und auf den Eisen-Baum klettern die Jugendlichen in die Krone zu den Früchten und zur Matura. Dabei kommen sie an einigen Spruchweisheiten vorbei, wie der von Churchill: Wer die bessere Einsicht hat, darf sich nicht scheuen, unpopulär zu werden.

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