Neroth

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Südöstlich von Gerolstein liegt das Mausefallendorf Neroth am Fuße des Nerother Kopfs (652m). Der Vulkankegel Nerother Kopf kann sogar mit einer Burgruine aufwarten. Die heißt Burg Freudenkoppe – was man in der an für sich eher dunklen schattigen Lage vom Namen her vielleicht nicht erwartet hätte. Denn auf dem Nerother Kopf sieht man einige dämmrige Waldstücke und hübsch verwunschenes Baumwurzelwerk, welches den Untergrund klauenartig beieinander zu halten scheint.

Die Burg Freudenkoppe wurde 1340 von Johann von Böhmen, Graf von Luxemburg, auch genannt der Blinde, erbaut. Sechs Jahre später fiel die Anlage den Kurfürsten von Trier in die Hände. Heute noch zu sehen sind Reste einer weitläufigen Ringmauer und des Wohnturms. Wahrscheinlich wurde die Burg im Laufe des 15. Jahrhunderts aufgegeben. 1984-85 wurden die Burgreste saniert. Die zehnte Etappe des Eifelsteigs führt auf dem Weg von Gerolstein nach Daun an der frei zugänglichen Burg Freudenkoppe vorbei.

Noch dunkler wird es an einer Seite des Burgareals, wo ein finstres Loch sein Maul aufsperrt und was da herumliegt sind nicht etwa dessen riesige abgebrochene Zähne. Der aufmerksame Eifelgast vermutet richtig: eine Mühlsteinhöhle mit kaputten Mühlsteinexemplaren. Ab 1788 waren vier Mühlsteinwerke hier zugange. Die Höhlen verlaufen unter der Burganlage, sie haben eine Tiefe von 18m und eine Höhe von 10m. Der Zutritt ist heute aus Sicherheitsgründen verwehrt.

Bekannt wurde die Nerother Mühlsteinhöhle durch ein Ereignis in der Sylvesternacht zum Wechsel ins Jahr 1920. Die Zwillinge Oelbermann, Robert und Karl, gründeten zu dieser Stunde den Nerother Wandervogel. Der Nerother Wandervogel widersetzte sich später den Nazis. Obwohl 1933 die Auflösung des Nerother Wandervogels erzwungen worden war, traf man sich weiter heimlich. Robert Oelbermann bezahlte dafür im KZ Dachau mit seinem Leben.

Eine weitere Frage muss noch geklärt werden: Warum heißt Neroth Mausenfallendorf? In Neroth gibt es das einzigartige Mausefallenmuseum in der Alten Schule am Mühlenweg. Die Nerother hatten als Nebenerwerb zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Idee, Mausefallen aus Draht in Heimarbeit herzustellen. Die Fallen wurden durch Handelsreisende vertrieben. Im Mausefallenmuseum ist mit einer kompletten Werkstatt die Herstellung dokumentiert.

Die Alte Schule stammt aus dem Jahr 1844. Ähnlich alt ist das Sprünkerhaus, das 1995 zum Gemeindehaus von Neroth umgebaut wurde. Die katholische Pfarrkirche St. Wendelinus stammt im Kern von 1782 und wurde 1962 in einen quer verlaufenden Erweiterungsbau integriert.