Mayschoß

Mayschoß ist einer der bekanntesten Weinorte im Ahrtal. Am gegenüberliegenden Ufer der Ahr zeigen sich die Ruinen der einst mächtigen Saffenburg. In den steilen Schieferhängen reifen die Trauben der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, der ältesten Winzergemeinschaft der Welt. Die 420 Mitglieder der 1868 gegründete Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr bewirtschaften heute eine Anbaufläche von 150ha und produzieren jährlich rund 1,3 Millionen Flaschen feinsten Ahr-Wein.

In Mayschoß dreht sich alles um Wein, daher wundert es auch nicht, dass selbst die Kirche direkt am Fuße eines Weinbergs steht. Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus und Rochus wurde 1908-12 an den Westturm aus dem 18. Jahrhundert neu gebaut. Die Kirche beherbergt in ihrem Inneren viele barocke Einrichtungsstücke aus dem aufgelösten Kloster Marienthal. Bemerkenswert sind z.B. die farbenfrohe Kanzel aus der Zeit um 1700, der Beichtstuhl aus dem 17. Jahrhundert und der Taufstein aus dem 16. Jahrhundert.

Unweit der Pfarrkirche – Luftlinie etwa 300m östlich – steht die kleine Michaelskapelle inmitten der Weinberge und direkt am Rotweinwanderweg. Von hier hat man einen schönen Blick auf die gegenüberliegenden Ruinen der Saffenburg.

In der Dorfstraße findet sich die Alte Schule, ein Bruchsteinbau aus dem Jahr 1844, benachbart steht das Schulhaus, ebenfalls aus Bruchstein vom Ende des 19. Jahrhunderts. Zehn Hausnummern weiter (63) liegt eine Hofreite aus dem 17. Jahrhundert. Einige Häuser weiter liegt der Kindergarten im Gebäude des ehemaligen Herz-Jesu-Klosters aus der Zeit nach 1900. Das katholische Pfarrhaus nebenan stammt aus dem Jahr 1790. Sehr hübsch ist auch der Bahnhof in der Ahr-Rotweinstraße 47. Er wurde im sogenannten Schweizer Stil errichtet, ist unten massiv aus offenen Bruchsteinen, obenauf aus Fachwerk mit einem Krüppelwalmdach versehen und stammt aus dem Jahr 1890.

Doch noch schöner als das Weindorf, sind die Weinhänge, die Maßschoß von allen Seiten umgeben. Die kann man sich z.B. von der Akropolis anschauen, einer Schutzhütte, die 1972 zur Eröffnung des Rotweinwanderwegs vom Eifelverein gebaut wurde. Weitere schöne Aussichtspunkte findet man am Ümerich (311m) auf dem Weg nach Altenahr und dem Schwedenkopf. Von diesem Berg soll die gegenüberliegende Saffenburg im Dreißigjährigen Krieg beschossen worden sein.

An der Ahr-Rotweinstraße im Mayschoßer Ortsteil Laach fasziniert ein ganz anderes Bauwerk. Die St. Anna Brücke, die 2004-05 gebaut wurde. Sie ist die größte Ganzstammbrücke Deutschlands. Dass muss man sich jetzt so vorstellen, dass ganze Baumstämme sich über 30m über den Fluss legen, wobei sie nur an den Uferböschungen und einem Wellenbrecher in der Mitte aufliegen. Die einheimischen Douglasien und Lärchenstämme haben einen Durchmesser von 82cm und in der Gesamtkonstruktion wären sie sogar für den Schwerlastverkehr bis 20t tragfähig. Clever ist auch der Aufbau der Brücke aus V-Pfeilern mit einem Satteldach drüber. So bleibt nicht nur der Fußgänger hübsch trocken, sondern auch das Holz, das nicht durch Chemie behandelt werden muss – gut für die Umwelt.

Der Artikel begann mit Wein, der Artikel endet mit Wein: Wer Mayschoß besuchen möchte, hat an einigen Terminen im Jahr besonders viel Trubel, z.B. zum Weinblütenfest am zweiten Juniwochenende mit großem Weinfestzug am Sonntag. Am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und allen Wochenenden im Oktober wird das Mayschoßer Weinfest gefeiert.