Marialinden

Der Legende nach standen bei Marialinden einst sieben Linden. Eine dieser Linden war hohl, und in ihr wurde ein Gnadenbild gefunden. Als man es von der Linde entfernte, befand es sich auf unerklärliche Weise am nächsten Tag wieder dort. Da beschloss man, an dieser Stelle ein Heiligenhaus zu errichten. Dieses Heiligenhaus ist auch Gegenstand der ersten urkundlichen Erwähnung Marialindens von 1515.

Weniger sagenhaft, aber logisch ist die andere Erklärung für die Gründung des Wallfahrtsortes Marialinden: Hier lag eine historische Kreuzung der alten Brüderstraße mit einem Jagdweg von Bernsau nach Meegen. An dieser Stelle ließen die Grafen von Bernsau eine Jagdkapelle zu Ehren der Mutter Gottes errichten, an der sich mit der Zeit einige Gasthöfe ansiedelten, die auch Pilger nach dem anstrengenden Aufstieg von Overath gern besuchten.

An Stelle der alten Jagdkapelle bzw. des Heiligenhauses steht heute die Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung, das Wahrzeichen von Marialinden. Die Kirche entstand durch die Stiftung einer Adelstochter und wurde zum Wallfahrtsort. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie noch einmal umgebaut. Sehenswert sind die beiden Darstellungen der Pietà im rechten Seitenschiff der Kirche, die noch aus dem Mittelalter stammen, sowie der barocke Seitenaltar im linken Seitenschiff, der früher im ehemaligen Benediktiner-Kloster Cyriax bei Overath stand.

Jedes Jahr in der ersten Juliwoche begeht Marialinden eine sogenannte Festoktav mit Gebeten und Prozessionen zu Ehren Marias, die besonders in Notzeiten regen Zuspruch findet. Tausende von Pilger kommen anlässlich der Festoktav nach Marialinden.

Marialinden ist ein Stadtteil von Overath und liegt westlich der Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis. Der Ort mit seinen 2.400 Einwohnern gehört zur rheinischen Karnevals-Zone: Alljährlich am Karnevals-Samstag findet in Marialinden ein großer Umzug statt. Das ganze Jahr über lohnt allerdings ein Besuch in Marialinden, um einen Ausflug in das autofreie Naturschutzgebiet Naafbachtal zu machen, das sich von hier ab über Neunkirchen-Seelscheid bis nach Lohmar zieht.

Zu den zahlreichen Veranstaltungen rund um Marialinden zählen das Federather Sommerfest am letzten Augustwochenende und die Kirmes am ersten Septemberwochenende mit dem traditionellen Schubkarren-Rennen. Ein Höhepunkt der Veranstaltungssaison ist der Weihnachtsmarkt Rund um den Dom der immer am dritten Adventswochenende stattfindet. Die zahlreichen Feuerkörbe, offene Feuerstellen, verleihen dem Weihnachtsmarkt ein außergewöhnliches Flair.