Overath

1997 erhielt Overath die Stadtrechte, doch schon im Mittelalter gab es einige Rittersitze entlang der Agger, die auf die lange Geschichte der Region verweisen. Bereits 1218 etwa wurden die Overather Ritter von Bernsau erwähnt. In einem frei zugänglichen Waldstück etwas flusswärts vom Zentrum Overaths liegt die Burgruine Großbernsau, eine ehemalige Wasserburg. Sie wurde noch vor 1348 als neuer Rittersitz errichtet und ist neben der Kirche St. Walburga das älteste Bauwerk von Overath.

Burg Großbernsau stand auf einem künstlich angelegten Erdhügel, auf einer Grundfläche von etwa 30 x 30m, und wurde von einem kleinen Wassergraben umschlossen. Anno 1532 starb die Linie derer von Bernsau aus. Großbernsau wechselte über die Jahrhunderte mehrfach die Besitzer, wurde bis ca. ins 18. Jahrhundert bewohnt und verfiel dann allmählich. Heute sind vom ehemaligen Rittersitz nur noch Mauerreste zu sehen.

Ein weiterer der Overather Rittersitze ist der Steinhof, der vermutlich vom Anfang des 12. Jahrhunderts stammt. Er bildete zusammen mit der Kirche St. Walburga und dem Wohngebiet Kemenat mit seinen heute denkmalgeschützten Fachwerkhäusern das alte Dorfzentrum. Der Steinhof war Sitz der Familie vam Steynhuys und ging später an die Ritterfamilie von Bernsau über. Heute wird das Gebäude als Gaststätte genutzt und entstand in seiner jetzigen Form anno 1662 auf den Grundmauern und Kellern der ehemaligen Burg; die alten Maueranker in der Südwand sind noch gut erkennbar.

Das älteste Bauwerk von Overath, ca. 120 Jahre älter als der Kölner Dom, ist die katholische Pfarrkirche St. Walburga, die bereits um das Jahr 1000 existierte. 1060 schenkte sie der Erzbischof von Köln der neu gegründeten Benediktiner-Abtei in Siegburg, unter deren Verwaltung Overath später kam. 1353 ging die kirchliche Verwaltung von Overath an das Kloster Cyriax über.

1250-75 ließ Abt Kuno I. einen neuen Kirchenbau in Overath errichten, der St. Walburga geweiht wurde und im Kern bis heute erhalten ist: Ein dreischiffiges Bruchsteingebäude aus bergischer Grauwacke im romanischen Stil mit einem viereckigen Kirchenturm, der zwischenzeitlich auf 60m erhöht wurde. Im Laufe der Jahre wurde das Kirchengebäude um Chor und Sakristei sowie in neuerer Zeit durch einen Anbau erweitert. Sehenswert sind die barocke Kanzel von 1620 und die auf 1627 datierte Grabplatte des Freiherrn von Wylich, dem Lehnsherrn der Kirche St. Walburga.

Kloster Cyriax entstand anno 1256 aus einem Hofgut der Abtei Siegburg, dessen Kapelle dem heiligen Cyriakus geweiht war. Jahrhundertelang waren die Pröpste des Klosters Cyriax zugleich die Pfarrer von Overath; daneben betrieben die Benediktiner-Mönche Landwirtschaft und vermutlich auch Bergbau. Im Zuge des Jülich-Klevischen Erbfolgekrieges 1609-14 wurde Kloster Cyriax zerstört und 1624 erneut aufgebaut. Nach der Säkularisierung anno 1803 verfiel das Kloster allmählich. Durch Umbauten und Teilabrisse ist der eigentliche Klosterbau heute nicht mehr zu erkennen; es sind lediglich einige der alten Nebengebäude zu sehen.

Wanderer in Overath nutzen zur Überquerung der Agger den Lölsberger Steg, eine Fußgängerbrücke, die 1884-86 durch die Initiative des Heimat-und Bürgervereins Overath entstand. Die ursprüngliche Brücke war 50-60 Fuß lang und überquerte lediglich den Fluss; 1985 wurde sie in eine moderne Holzkonstruktion umgestaltet und bis zum Damm verlängert.

Zu den lohnenden Veranstaltungen in Overath zählen die Konzerte der Big Band Overath und das Pfingst YuAi, das Freundschaftstreffen: Die größte Karate-Breitensportveranstaltung Deutschlands wird hier seit 2003 jedes Jahr an Pfingsten ausgerichtet. Einmal jährlich im Sommer findet außerdem das Overath Rockcity Open Air Festival statt.

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