Mainz-Amöneburg

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Zwischen Biebrich und Mainz-Kastel liegt der zu Wiesbaden gehörende Stadtteil Mainz-Amöneburg. Das ein Stadtteil der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden so heißt wie die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz hat seinen Ursprung in der Aufteilung der Besatzungszonen der Allierten nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Rhein trennte die amerikanische Besatzungszone im Osten von der französischen Zone im Westen. Und so kam es, dass die drei rechtsrheinischen Vororte von Mainz – Amöneburg, Kastel und Kostheim – nach Wiesbaden eingemeindet wurden.

Aus diesem Umstand resultierten einige Besonderheiten, die als AKK-Konflikt bekannt wurden. AKK steht hier für Amöneburg, Kastel und Kostheim. So gehören bis heute viele öffentliche Plätze, Straßen und Grundstücke in den AKK-Gemeinden der Stadt Mainz und die Wasserversorgung der drei Wiesbadener Stadtteile erfolgt durch die Stadtwerke Mainz. Manch ein karnevalserprobter Mainzer verglich schon den Status mit der Teilung von Berlin.

Speziell die Abtrennung von Mainz-Amöneburg war für Mainz nicht leicht, denn hier befanden sich wichtige Industrieunternehmen, die ordentlich Geld in Stadtsäckel brachten. Das wichtigste Werk ist dabei sicherlich die Dyckerhoff AG, die 1864 in Amöneburg gegründet wurde und Ende des 19. Jahrhunderts die größte Zementfabrik der Welt war. Auch in Sachen Qualität war Dyckerhoff weltweit die Nummer 1, weshalb man u.a. auch den Zement für den Sockel der Freiheitsstatue lieferte.

Sehenswert in Amöneburg ist die katholische Pfarrkirche Maria Immaculata, die 1904-05 im neobarocken Stil erbaut wurde. Die Glasfenster im Chorraum zeigen neben vier Erzengeln auch Motive aus dem Umland wie z.B. die Dyckerhoff AG und die benachbarte Petersaue.