Limbach (Westerwald)

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Im Tal der Kleinen Nister liegt der staatlich anerkannte Erholungsort Limbach. Seinen Namen hat er vom Lehmbach, der ebenso wie die Kleine Nister durch das schöne Dorf fließt, das mehrfach Preise beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ einheimste. Limbach erhielt 1992 auch als erstes Dorf in Rheinland-Pfalz das Prädikat „umweltfreundlicher Ferienort“.

Der Ortskern von Limbach wird durch sieben Brücken, die über verschiedene Bäche führen, und einige alte Fachwerkhäuser geprägt. Besonders die um 1770 erbaute Scheune fällt ins Auge. Die Gemeinde erwarb dieses in Limbach Miens Schauer genannte Bauwerk und richtete hier zusammen mit den Dorfbewohnern 1987 das Dorfmuseum Limbach ein. Im Mittelpunkt der Sammlung steht die heimatkundliche Ausstellung, die das bäuerliche Wohnen und Arbeiten in der Kroppacher Schweiz dokumentiert. Über tausend Exponate sind zu bewundern, u.a. Arbeitsgeräte, alte Maschinen, Möbel, Musikinstrumente, Bilder, Geld- und Steinsammlungen und Bücher. Für naturkundlich Interessierte wurden auch Informationen über die heimische Tierwelt mit aufgenommen. Und natürlich erfährt man Einiges zur Dorfgeschichte des 1346 erstmals urkundlich erwähnten Ortes.

Neben dem Dorfmuseum lohnt auf jeden Fall auch ein Abstecher in die mittelalterliche Dachschiefergrube Assberg. Diese Grube ist rund 500 Jahre alt, ihre erste nachweisbare Erwähnung datiert auf 1548. Noch heute erkennt man gut die Ausmaße des Tagebaus, der bis hinab zur Großen Nister verläuft. Aus der Schiefergrube stammen nachweisbar die Schindeln, mit denen die Dächer des Klosters Marienstatt und von Schloss Hachenburg im Mittelalter gedeckt wurden.

Am oberen Tagebaurand führt ein begehbarer Schacht in den Untertagebereich mit einer Tiefe von 20m. Diese kleine Schiefergrube wurde mit viel Liebe zum Detail zu einem Besucherbergwerk eingerichtet. Im Eingangsbereich informieren Schautafeln über die Geschichte der Grube. Die Grube ist frei zugänglich und liegt an der zehnten Etappe des Westerwaldsteigs. In der Dachschiefergrube auf dem Assberg (327m) wurde 2006 auch ein prähistorischer Fund gemacht: Ein vor rund 400 Millionen Jahren in Schiefer eingeschlossenen Muschelkrebs. Das fossile Schieferstück hat eine Größe von 8,5cm auf 4,5cm und wird in einer Dauerausstellung im Limbacher Dormuseum gezeigt.

Wendet man sich vom Assberg westlich, erreicht man die Hohe Ley (270m), einen Aussichtspunkt, der ebenfalls vom Westerwaldsteig berührt wird. Folgt man von hier dem Weg zu Kleinen Nister, erreicht man einen kleinen Bachlehrpfad, der mit einer „Ente“ als Wegzeichen ausgeschildert ist. An verschiedenen Informationspunkten wird Wissenswertes zu Feuchtgebieten vermittelt und z.B. auch über den Vogelwecker informiert: Wann beginnt morgens welcher Vogel mit seinem Gesang? Geht man den Bachlehrpfad weiter lohnt auf der Höhe der Kneippanlage ein Abstecher auf den Kapanöllfelsen, der einen schönen Ausblick auf das Nistertal ermöglicht.

Die 1871 erbaute Steinbogenbrücke über die Kleine Nister ist das Wahrzeichen von Limbach. Hier starten auch einige kleinere Rundwanderungen in die Region, die hier an einer Informationstafel ausgewiesen sind. Entlang des Bachlaufs zieht sich eine Allee mit Stieleichen, an deren Verlauf die Gemeinde 115 Ruhebänke aufgestellt hat. Diese laden zum Verweilen ein und ermöglichen, verschiedenste bauliche und natürliche Details in Ruhe aufzunehmen.

Im Ort selbst kann man über den dorfökologischen Lehrpfad noch mehr über die verschiedenen Schutzzonen und Besonderheiten des Pflanzenbewuchses erfahren. An 15 Stationen sind Schautafeln angebracht, die z.B. über die Lebensräume „Hausgarten“, „Natursteinmauer“, „Wiese“, „Ziergarten“ und „Feldgehölz“ informieren. Wer etwas länger marschieren will, kann den neu eingerichteten Wanderweg „Museum in der Landschaft“ ausprobieren. Auf 19km führt ein rosafarbenes Schild mit einer stilisierten Wappenlilie von der Steinbogenbrücke in Limbach das nördliche Nisterufer entlang bis nach Luckenbach, wechselt dann bei Atzelgift die Uferseite und kommt über Streithausen und das Kloster Marienstatt am Assberg vorbei zurück in den Ort.

Die Wanderung „Museum in der Landschaft“ führt wie die Mühlenwanderung und der Westerwaldsteig auch an der Limbacher Mühle vorbei. Sie wurde 1802 als Drahtzieherei errichtet und später zur Mühle umfunktioniert. Heute wird auf dem 8.000qm Waldareal eine Gastronomie betrieben.

Jeweils am zweiten Samstag im Juli lädt die Limbacher Dorfgemeinschaft seit 1971 zum Brückenfest. Diese Sommernachtsfeier bietet eine einzigartige Kulisse. Die Kleine Nister wird von Feuern beleuchtet, die Brücken sind ebenfalls illuminiert und zum Höhepunkt wird ein Feuerwerk gezündet. Mittlerweile kommen mehrere tausend Besucher zum Limbacher Brückenfest. Etwas ruhiger geht’s dann ca. vier Wochen später zu, wenn der Kräutermarkt am Haus des Gastes in Limbach veranstaltet wird.

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