Lißberg (Ortenberg)

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In Lißberg, am Übergang von der Wetterau in den Vogelsberg, mündet der 20km lange Hillersbach in die Nidder. Hier wurde im frühen 13. Jahrhundert Burg Lißberg erbaut. Übrig geblieben ist eine Ruine mit dem markanten Bergfried, den man auch als Lißberger Krautfass kennt.

Burg Lißberg umfasst einen großen Zwinger, der bis ins 18. Jahrhundert mit einem Graben und einer Zugbrücke versehen war, und eine Vorburg. Im Süden des Burghofes haben einst Zehntscheune und ein Speicher gestanden. Die Schildmauer, die nach Nordosten abschließt, ist bis zu 3m dick. Die Burgmauern legen sich rund um den gut erhaltenen 27m hohen Bergfried, der 9m im Durchmaß hat.

Von der Ruine der Burg Lißberg aus hat man einen schönen Blick, auch auf den Ausgleichsweiher des Nidderkraftwerkes, das am südöstlichen Ortsrand gelegen ist. Das als Pumpspeicherkraftwerk gebaute Kraftwerk mit zwei Oberbecken aus dem Jahre 1923 gilt als kulturgeschichtliches Denkmal. Ein Oberbecken bildet der Hillersbach-Stausee und ein weiteres der 2ha große Nidderstausee in Hirzenhain. Die seit 1978 als Speicherkraftwerk arbeitende Einrichtung kann bis zu 2.300 Haushalte mit Strom versorgen.

Neben der Burg fällt im Gesamtensemble Lißbergs die evangelische Kirche ins Auge. Der Saalbau wurde 1618-19 nach Niddaer Vorbild als eine der ersten Saalkirchen gebaut. Die Lißberger Kirche ist dreiseitig abgeschlossen und der Saal hat eine Flachdecke mit Stuckornamenten. Die Lißberger sind stolz auf ihre Orgel, die aus dem Jahr 1701 stammt und mit viel Liebe restauriert und erweitert wurde. Sie sei eine der schönsten Orgeln im Dekanat.

Die Musik zieht sich wie ein roter Faden durch Lißberg, was sicher auch mit dem einzigartigen Musikinstrumenten-Museum zu tun hat, das unterhalb der Kirche in einem alten Schulhaus die weltweit größte Drehleier- und Dudelsacksammlung zeigt. Herausragend in der über tausend Stücke umfassenden Sammlung ist das fünfrädrige Nürnbergisch Geigenwerk, das einzig noch spielbare Geigenklavizimbel, für das es gleich zwei Musiker braucht, um es spielen zu können.

Südlich von Lißberg liegt direkt an der Nidder die denkmalgeschützte Neumühle, eine barocke Wassermühlenanlage aus dem Jahr 1722. Der Mühlengebäudekomplex wurde mehrfach ausgebaut und renoviert und besteht aus Naturstein, Backstein und Fachwerk. Die Mühle erzeugt mittels einer Turbine für sich selbst den Strom, sie ist nicht ans Netz angeschlossen und befindet sich in privater Hand.

Die Bonifatius-Route verläuft in einem Abschnitt entlang der Nidder zwischen Lißberg und Hirzenhain. Wer hier unterwegs ist, wird nordwestlich von Lißberg an der Schafskirche vorbeikommen. Freilegungen ergaben, dass sie 7,1 mal 4,2m groß und ohne Apsis war und dass sie um 1500 errichtet worden ist. Der solitäre Bau ist als karg zu bezeichnen. Als Schafskirche fand die Kapelle 1578 Erwähnung, da war sie bereits Ruine.