Leverkusen-Lützenkirchen

Der Leverkusener Stadtteil Lützenkirchen liegt im Wiembachtal. Der Wiembach ist ein 11km langer Zufluss der Wupper. Er entspringt in der Gemarkung von Burscheid und durchfließt dann zunächst Lützenkirchen und vorbei an Gut Ophoven weiter nach Opladen, um hier zu münden.

Lützenkirchen verfügt direkt über drei schmucke sakrale Bauwerke. Größtes Baudenkmal von Lützenkirchen ist die katholische Pfarrkirche St. Maurinus. Der einschiffige Backsteinsaal im neugotischen Stil wurde 1847 mit einem zweigeschossigen West-Turm erbaut. Die Pfarrkirche St. Maurinus entstand an Stelle von zwei Vorgängerbauten. Von der ältesten aus dem 13. Jahrhundert stammen noch eine 1519 gegossene Glocke sowie der Kirchturm. Sie wurde 1686 wegen Baufälligkeit ersetzt.

Zur historischen Ausstattung der Pfarrkirche St. Maurinus zählen Figuren aus Sayner Eisenkunstguss sowie ein Kreuzweg mit 14 Stationen. Sehenswert ist die sogenannte Muttergottes von Lützenkirchen, die aus dem Jahr 1260 stammt.

Die Kreuzkapelle mit ihrem barocken Dachaufbau stammt aus dem Jahr 1674. Die ehemalige Gerichtskapelle von Lützenkirchen verfügt über eine gehobene Innenausstattung im ländlichen Stil; dargestellt werden u. a. der Kalvarienberg sowie Kreuzwegszenen. Von 1968-1970 wurde die Kreuzkapelle um ca. 60m nach hinten versetzt werden, um den Straßenbau nicht zu behindern.

In der Kapellenstraße liegt die Annakapelle, ein inzwischen verputzter Saalbau aus Bruchsteinen mit aufwändigem Steinportal und Rundfenstern in Schmuckfassung. Sie wurde 1698 von Franziskanermönchen errichtet und beherbergt in einer Figurennische eine alte Skulptur der heiligen Anna. Zeitweise fanden hierher um den 26. Juli herum, den Tag der heiligen Anna, Wallfahrten statt. Die Annakapelle liegt auf dem sogenannten Annaberg oberhalb des Wiembachtals unweit der Pfarrkirche St. Maurinus.

In den Geschichtsurkunden tauchte Lützenkirchen erstmals 1155 auf und gilt als einer der ältesten Stadtteile von Leverkusen. Bekannt wurde Lützenkirchen im 18. Jahrhundert, als sich Woll- und Leinenweber ansiedelten. Die Lützenkirchener Weber stellten qualitativ hochwertige Stoffe dar; von ihnen stammte beispielsweise der größte Teil der beim Bau der Titanic verwendeten Textilien.