Leverkusen-Opladen

Bis 1974 war Opladen die Kreisstadt des Rhein-Wupper-Kreises. Danach erfolgte die Zusammenlegung mit Leverkusen. Heute ist Opladen neben der Kernstadt und dem Stadtteil Schlebusch eines der drei innerstädtischen Zentren. Bei Opladen tritt die Wupper ins Stadtgebiet von Leverkusen ein, das sie auf ihren letzten Kilometern bis zu ihrer Mündung in den Rhein durchfließt.

An der Einmündung des Wiembachs in die Wupper begleiten die Wupperwiesen den Fluss. Am Ende der Wupperwiesen verbindet die Wupperbrücke den Ortsteil Frankenberg – historische Keimzelle von Opladen – mit der Innenstadt. Diese Wupperbrücke, damals freilich noch aus Holz, nutzten im Mittelalter auch verschiedene historische Handelswege. 1732 wurde dann eine Steinbogenbrücke gebaut, deren Grundstein noch heute zu sehen ist. Die heutige Wupperbrücke ist aus Stahlbeton und entstand 1979. Bewacht wird sie von einer gleichaltrigen Bronzestatue des heiligen Johann von Nepomuk.

Oberhalb der Wupperbrücke steht die Villa Römer. Einst produzierte hier eine chemische Fabrik, an der auch die Fabrikanten-Familie Römer beteiligt war. Die wohnten in der 1905 erbauten Villa Römer, auch Haus Frankenberg genannt. 1933 kam die Villa Römer in den Besitz der damaligen Stadt Opladen und diente vorübergehend als Rathaus, im Zweiten Weltkrieg dann als Sitz der britischen Militärregierung. Seit 1986 ist in der Villa Römer das Stadtarchiv untergebracht; die Villa Römer wurde zum Haus der Stadtgeschichte Leverkusen, in dem auch wechselnde Ausstellungen stattfinden.

Etwas flussaufwärts direkt am Kreispark liegt der Friedenberger Hof, der erstmals im 14. Jahrhundert Erwähnung fand. Das heute zweigeschossige Herrenhaus mit Rundturm und Schieferdach entstand allerdings erst im 16. Jahrhundert.

Wechselt man über die Wupperbrücke die Flussseite, erreicht man die evangelische Kirche am Bielert. Sie entstand 1876 nach Entwürfen des Architekten Eduard Zais als einschiffiger Saalbau im neoromanischen Stil. Der Kirchturm ist mit Schiefer gedeckt; der Innenraum mit Kassettendecke wurde im Jugendstil ausgemalt.

Ein weiterer Sakralbau zeigt an, dass wir uns im Zentrum von Opladen befinden. Die katholische Pfarrkirche St. Remigius ist eine der ältesten Kirchen in Leverkusen. Das ursprüngliche Kirchgebäude aus dem 13. Jahrhundert wurde 1788 und 1863 durch jeweils größere Neubauten ersetzt. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Pfarrkirche St. Remigius 1952 durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg; Turm und Außenmauern von 1863 sind noch erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Im Kircheninneren kann die alte Nepomuk-Statue besichtigt werden, die vor 1979 an der Wupperbrücke stand.

Rund um die Remigiuskirche erstreckt sich die Altstadt von Opladen mit einigen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, sowie die ehemalige Adler-Apotheke, eine der ältesten Apotheken der Region. Ihre historische Inneneinrichtung befindet sich heute im Bergischen Museum in Schloss Burg. Hörenswert ist das Glockenspiel in der Goethestraße: Es erklingt immer werktags um 12:00 und um 18:00 Uhr.

Auch in der Altstadt findet man eine kleine Stele mit einer Kupferplatte. Sie erinnert an den Standort der 1938 zerstörten Synagoge Opladen, die während der Novemberprogrome von den Nazis in Brand gesetzt wurde und vollständig ausbrannte.

Folgt man von der Altstadt der Kölner Straße südwärts, erreicht man die Aloysiuskapelle. Sie entstand 1907 als Schulkapelle des früheren Erzbischöflichen Gymnasium Aloysianum. Die Aloysiuskapelle wird seit 1995 als Jugendkirche genutzt und zählt zu den ersten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

Von der Aloysiuskapelle kommt man durch die Birkenbergstraße zum Sportgelände Birkenberg. Hier befindet sich der 17ha große Klettergarten Birkenberg. Kernstück ist der hoch in die Bäume führende Panorama-Parcours für Jedermann mit 14 Stationen und einer 85m langen Seilrutsche. Dazu kommen Kletter-Angebote für Gruppen, Schulklassen und Familien, die teilweise eine Voranmeldung erfordern. Das gilt auch für den „Powerfan“, eine Art freier Fall aus 13m Höhe.

Fallen kann man aber auch ohne Powerfan, z.B. nach alkoholreichen Besuch eines Volksfests wie der Opladener Bierbörse auf der Schusterinsel. Man munkelt von bis zu 400.000 Besuchern, die sich durch die gut tausend Biersorten probieren. Gestartet wird freitags am zweiten Wochenende im August. Die Abschlussveranstaltung am Montag gestaltet traditionell Guildo Horn. Ebenfalls gut Feiern kann man am letzten Juliwochenende auf dem Opladener Stadtfest mit angeschlossenem Kram- und Trödelmarkt.

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