Leverkusen-Schlebusch

Schlebusch ist neben Opladen und der Kernstadt das dritte innerstädtische Zentrum Leverkusens und strahlt zugleich schon mit voller Kraft den ländlichen, bergischen Charme aus. Schön erleben kann man das bei einem Besuch in der zur Fußgängerzone umgewidmeten Bergischen Landstraße.

Über die Bergische Landstraße hinaus ragt der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Andreas. Die dreischiffige Backsteinbasilika wurde 1888 im neoromanischen Stil gebaut und hat zwei jeweils 53m hohe, fünfstöckige Türme. In der Andreaskirche werden Reliquien des Seliggesprochenen Mönchs Gezelinus von Schlebusch aufbewahrt. Deutlich älter als Bauwerk, sind die Glocken, die im Turm schlagen. Sie stammen aus den Jahren 1490, 1491 und 1607. Gegenüber der Pfarrkirche St. Andreas liegt das ebenfalls denkmalgeschützte Pfarrhaus von 1828-30. Zum Gesamtensemble gehören auch die Vikarie von 1904, ein zweistöckiges Backsteingebäude im neoromanischen Stil, sowie das im gleichen Jahr fertiggestellte Klösterchen, ein ehemalige Krankenhaus.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Zuccalmaglio-Haus in der Bergischen Landstraße, das Geburtshaus des volkstümlichen Schriftstellers und Dichters Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio, genannt Montanus. Das zweistöckige Fachwerkhaus ist mit Schiefer verkleidet und verfügt über Walmdach und aufwändige Ausschmückungen u. a. an der Tür.

In der Bergischen Landstraße liegt auch die Villa Rhodius. Der zugehörige Park wurde bereits im 18. Jahrhundert angelegt. Das große Backsteingebäude mit Schieferdach, Eckturm und Erker vermittelt den Eindruck einer Burg. Die Villa Rhodius verfügt über eine aufwändige Innenausstattung in schwarzem Holzfachwerk und ist heute Sitz einer Agentur. Ihr vorgelagert ist das Andreaessche Gebäude, ein zweistöckiger, spätbarock anmutender Putzbau mit Walmdach von Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Andreaessche Gebäude mit seinen Nebengebäuden war einst Teil des Reifengutes, der Sommerresidenz einer Fabrikantenfamilie.

Auch in Schlebusch waren einst Ritter zuhause: Nämlich im Binnester Hof in der Bergischen Landstraße, dem ehemaligen Rittersitz Schlebusch. Die Hofanlage mit ihren verputzten Backstein- und Fachwerkgebäuden war einst eine kleine Wasserburg und kam im 17. Jahrhundert in den Besitz des Deutschen Ordens. Reste der Befestigungsanlagen sowie des ehemaligen Burggrabens sind noch erhalten. Um den Wassergraben zu speisen, wurde eigens der Lötzelbach zeitweise umgeleitet. Der zum Binnester Hof gehörende Taubenturm stammt aus den 1850er Jahren.

Geht man von der Fußgängerzone Richtung Dhünn, kommt man zum Wuppermannpark. Der Landschaftsgarten liegt gegenüber der Villa Wuppermann, die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Das zweistöckige Villengebäude wurde von einer Tuchfabrikanten-Familie im Stil eines Schweizer Landhauses errichtet, die Holzveranden sind mit Schnitzereien verziert. Die Villa Wuppermann ist heute im Besitz der Stadt und kann für Feierlichkeiten angemietet werden.

Ebenfalls im Schweizer Landhausstil mit Schnitzereien und parkähnlichem Garten gehalten ist das angrenzende Peillsche Landhaus von 1871. Es wurde zweigeschossig in Holzbauweise errichtet und verputzt; das Dach ist mit Schiefer gedeckt. Schmuckstück des Hauses ist eine wiederverwendete Tür aus dem Rokoko. Zur denkmalgeschützten Anlage gehören auch die Remise sowie das Pförtnertor von 1911, ein kleiner, einstöckiger, verputzter Bau im Stil des Neo-Barock. Das Peillsche Landhaus ist im Privatbesitz; die Remise beherbergt heute ein Yoga-Institut.

Auf der anderen Seite der Mülheimer Straße unterhalb des Wuppermannparks steht die evangelische Kirche auf dem blauen Berg. Der schlichte Backsteinbau in romanischer Form wurde 1853 gebaut. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass die (schwarzen) Katholiken die zugezogenen Protestanten als die Blauen bezeichnete.

Ein touristisches Highlight von Schlebusch ist der Freudenthaler Sensenhammer, eine mitten im Grünen gelegene, 1987 stillgelegte Sensenfabrik aus dem 19. Jahrhundert, die zu einem Industriemuseum und Kulturzentrum umgewandelt wurde. Das heutige Museumsgelände umfasst Schmiede- und Hammerwerksgebäude, eine historische Wasserkraft- und Stromerzeugungsanlage sowie ehemalige Wohnanlagen mit Landschaftsgarten im Stil der Gründerzeit. Der Freudenthaler Sensenhammer gilt als europäisches Kulturerbe und steht unter Denkmalschutz. An Vorführtagen erwachen die Fabrikgebäude zu neuem Leben: Dann werden die alten Schmiedehämmer und Schmiedeöfen vorübergehend wieder in Betrieb genommen.

Noch weiter dhünnaufwärts liegt der Hummelsheimer Hof, eine historische Gutsanlage. Seltenheitswert hat der Femestein von 1648, der hier steht.

Höhepunkte im Veranstaltungsleben von Schlebusch sind das Schützen- und Volksfest am Fronleichnams-Wochenende sowie der Schull- und Veedelzoch am Karnevalssamstag.