Leverkusen-Alkenrath

Die Geschichte des Leverkusener Stadtteils Alkenrath ist eng verknüpft mit dem Mönch Gezelinus aus Schlebusch. Dieser Mönch lebte in der Abtei Altenberg und entdeckte beim Hüten einer Schafherde in der Nähe von Schloss Morsbroich anno 1135 eine heilkräftige Quelle, nach ihm Gezelinusquelle genannt. Möglicherweise war an dieser Quelle einst ein keltischer Kultplatz. Das Wasser der Gezelinusquelle ist reich an Bor und Alaun; es wird ihm eine lindernde Wirkung bei Kopf- und Augenleiden nachgesagt. Die Gezelinusquelle liegt heute unter dem Altar der Gezelinuskapelle.

Nach dem Tod von Gezelinus errichtete man über der Gezelinusquelle ein Heiligenhäuschen aus Holz und Lehm, das im 15. Jahrhundert von Franziskanermönchen erneuert wurde. Auf Betreiben des Landkomturs von Reuschenberg, der auf dem inzwischen zum Deutschen Orden gehörenden Schloss Morsbroich residierte, wurde 1659 die Gezelinuskapelle neu gebaut. Mit der Zeit gab es auch vom Landkomtur geförderte Wallfahrten nach Alkenrath.

Die heutige Gezelinuskapelle entstand 1864 -68 aus Ziegelsteinen und wurde 1979 um einen Vorbau erweitert. Sehenswert sind der barocke Altar mit der Gezelinus-Statue von 1730 sowie einige Heiligenfiguren aus dem 17. Jahrhundert, eine Madonna von 1868 und das 1808 gestiftete Weihwasserbecken. Ältester Bestandteil der Gezelinuskapelle ist aber die Glocke von 1597. Die ca. 35kg schwere Bronzeglocke ist im gotischen Stil verziert und hat einen Durchmesser von 38cm.

Direkt hinter der Gezelinuskapelle erstreckt sich der Bürgerbusch, Leverkusens größtes Waldgebiet. Er trennt Alkenrath von den Stadtteilen Quettingen und Lützenkirchen im Norden und Osten. Nach Westen hin fließt die Dhünn und markiert die natürlich Grenze zum Stadtteil Manfort.

Zu den geschützten Denkmälern in Alkenrath zählt die Grabstätte der Familie von Diergardt, die an der Gustav-Heinemann-Straße nahe Schloss Morsbroich liegt. Die von Diergardts waren ab 1857 Schlossherren auf Morsbroich. Ihre Grabstätte wurde in Anlehnung an das Grab des Alexander von Humboldt in Berlin errichtet; sie findet sich vom Schloss aus jenseits der Dhünn in einem Buchenwald.

Die Kirche im Ort ist katholisch und hört auf den Namen St. Johannes der Täufer. Die Johanneskirche wurde 1962 eingeweiht. Der denkmalgeschützte Innenhof beherbergt einige Grabdenkmäler aus dem 18. Jahrhundert. Das Kirchengebäude liegt in unmittelbarer Nähe von Schloss Morsbroich und der Gezelinuskapelle.