Schloss Morsbroich

Schloss Morsbroich liegt östlich des Zentrums von Leverkusen im Stadtteil Alkenrath. Die ehemalige Ritterburg stammt ursprünglich aus dem frühen 13. Jahrhundert, wurde aber Ende des 18. Jahrhunderts durch ein Lustschloss im Stil des Rokoko ersetzt und hundert Jahre später nochmals erweitert. Schloss Morsbroich ist umgeben von einer großzügigen Parkanlage, die im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt wurde – sogar mit eigenem kleinen Wasserfall.

Wer genau Schloss Morsbroich errichtet hatte, darüber streiten sich die Gelehrten. Einer Theorie zufolge war Udo Mor von Rode, Lehnsmann des Erzbischofs von Köln, um 1120 Erbauer und Namensgeber des mittelalterlichen Rittergutes, das im Broich – so der Gemarkungsname – errichtet wurde. Sicher ist aber, dass im 14. Jahrhundert eine Familie Moir von Broich die Burg bewohnten und dass das Kirchenpatronat von Radevormwald mit dem Besitz der Burg verknüpft war.

Im Dreißigjähigen Krieg kaufte der Deutsche Orden das verschuldete Anwesen und machte es zur Kommende, zum Sitz des jeweiligen Landkomturs. 1803 verstaatlichte Napoleon den Ordensbesitz und später ging Schloss Morsbroich in privaten Besitz über, bis 1974 die Stadt Leverkusen das Anwesen erwarb.

Seit 1951 diente Schloss Morsbroich bereits als Städtisches Museum für moderne Kunst. Nachdem Leverkusen auch Besitzer des Schlosses wurde, startete eine große Umbaumaßnahme. 1984 erfolgte die Neueröffnung des Städtischen Museums, das sich als erstes nordrhein-westfälisches Museum in den Nachkriegsjahren der zeitgenössischen Kunst annahm. Im Laufe von fünzig Jahren entstand eine Sammlung von ca. 400 Skulpturen und Gemälden sowie ca. 5.000 druckgrafischen Werken, die durch wechselnde Ausstellungen ergänzt wird.

Das städtische Museum für moderne Kunst in Schloss Morsbroich wurde 2009 aufgrund seines hohen Niveaus von der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes zum Museum des Jahres gewählt.

Ein Hingucker für Besucher ist das Water Island des dänischen Künstlers Jeppe Hein in der Auffahrt von Schloss Morsbroich. In der Mitte des kreisförmigen Wasserspiels, die in mehrere steuerbare Segmente aufgeteilt ist, befindet sich eine große Brunnenschale, die mit etwas Geschick trockenen Fußes betreten werden kann. So soll ein interaktiver und spielerischer Umgang mit Kunst vermittelt werden.

Zu den Exponaten des städtischen Museums für moderne Kunst in Schloss Morsbroich zählen Werke des Leverkusener Künstlers Wolf Vostell, der Fluxus-Bewegung in Nordrhein-Westfalen sowie Werke der analytischen Malerei, des Nouveau Realisme, der Op-Art, der Monochromie und der kinetischen Kunst. Schwerpunkte setzen u. a. eine Ausstellung des Bildhauers Ludwig Gies, eine bemerkenswerte Sammlung von zeitgenössischen Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken sowie die Skulpturen im Schlosspark.

Schloss Morsbroich besteht aus der Vorburg von 1692, dem 1774 erbauten und 1887 erweiterten Hauptgebäude, dem Schlossgraben und dem Schlosspark. Zu den bekannten Räumlichkeiten zählen u. a. der Spiegelsaal, in dem Kammerkonzerte, Lesungen und Vorträge stattfinden, sowie das Jagdzimmer. In der ehemaligen Vorburg sind heute Museumsverwaltung, kommunale Galerie, Kunstverein, Museumsshop und Museumscafé untergebracht.

Seit 1978 veranstaltet die städtische Kulturverwaltung in den Sommerferien den Morsbroicher Sommer. Auf der gesamten Schlossanlage – drinnen und draußen – finden in dieser Zeit verschiedene Aktionen wie beispielsweise Ritterspiele statt.