Naturgut Ophoven

Das Naturgut Ophoven entstand 1984 als Natur- und Schulbiologiezentrum auf dem Gelände eines alten Gutshofes. Das Umweltbildungszentrum für Kinder und Erwachsene liegt im Leverkusener Stadtteil Opladen. Hier findet sich eines der ältesten Gebäude der Stadt: die Überreste der Wasserburg Haus Ophoven, einer mittelalterlichen Burganlage aus dem 13. Jahrhundert. Ihre Fundamente wurden 1982 bei Grabungsarbeiten entdeckt. Auf dem Gelände befinden sich außerdem die NABU-Naturschutzstation Rhein-Berg sowie das Erlebnismuseum EnergieStadt.

Die denkmalgeschützte Wasserburg Haus Ophoven wurde 1264 als Rittergut am Wiembach erstmals urkundlich erwähnt. Die Anlage in der Talstraße von Opladen bestand aus dem aus Bruchsteinen errichteten Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert, einer Vorburg sowie dem Pächterhaus, das auf den Fundamenten des ursprünglichen Herrenhauses aus dem 12. Jahrhundert entstand. Dazu kamen mit der Zeit Wirtschaftsgebäude und Wirtschaftshof sowie Wehranlagen, Burggraben, ein Fischteich und die Ophover Mühle. Insgesamt umfasste das Anwesen gut 300 Morgen Land.

Die Ophovener Mühle tauchte erstmals 1439 in den Geschichtsbüchern auf. Sie lag ca. 40m nördlich des Herrenhauses. Betrieben wurden ihre beiden Wasserräder durch den künstlich angelegten Mühlengraben, der vom Wiembach abgezweigt wurde. Die Ophovener Mühle wurde 1899 durch einen Brand zerstört. Teile des alten Grabens sind nicht verfüllt und noch gut zu erkennen. Heute liegt ganz in der Nähe der ehemaligen Mühle das Freibad Wiembachtal.

Nachdem die Stadt Leverkusen das Gelände 1975 übernommen hatte, wurde 1982 das Naturgut Ophoven als bundesweit erstes kohlenstoffdioxidneutrales Umweltinformationszentrum eingerichtet. Die auf dem Gelände gelegene EnergieStadt, heute Kinder- und Jugendmuseum, diente während der Expo 2000 als offizieller Ausstellungsort. Das Erlebnismuseum EnergieStadt befasst sich mit dem Thema Energie allgemein sowie mit alternativen Energien und Umweltschutz. Während das Naturgut Ophoven selbst tagsüber frei zugängig ist, wird für den Besuch der EnergieStadt ein kleiner Obulus erhoben.

Eines der Ziele der auf dem Naturgut Obhoven eingerichteten NABU-Naturschutzstation Rhein-Berg ist es, mit dem Leverkusener Obstweg auf den bedrohten Lebensraum Streuobstwiese sowie auf seine ökologische Bedeutung aufmerksam zu machen. Bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten sind auf Streuobstwiesen zuhause. Zu den selten gewordenen Tierarten, die hier leben, zählen Steinkauz, Siebenschläfer und Haselmaus.

Der 2008 eingerichtete Leverkusener Obstweg führt durch die umliegenden Streuobstwiesen. Vom Naturgut Ophoven geht es über den benachbarten Stadtteil Bergisch Neukirchen und die Ortschaften Claasbruch, Atzlenbach und Unterölbach zurück nach Opladen.