Lemptal

Die Lemp, nur zwölf Kilometer lang, ist ein Nebenfluss der Dill. Sie entspringt an der Nordflanke des Eichelsberg (410m) südlich von Großaltentädten, fließt durch Oberlemp, Niederlemp und Kölschhausen und mündet dann in Ehringshausen in die Dill.

Oberlemp ist ein Stadtteil von Aßlar und liegt an der Einmündung von Westerlemp und Bermoller Bach in die Lemp. Im Süden erhebt sich der Adlerhorst (435m), wo der Bechlinger Bach entspringt, der fast parallel zum Unterlauf der Lemp in Aßlar der Dill zufließt. In Oberlemp fällt die 1855 erbaute kleine verputzte Fachwerkkirche mit großen Rundbogenfenstern und spitzem Dachreiter ins Auge. Neben der Kirche wurde 1913 eine Kaiser-Wilhelm-Linde gepflanzt.

Nördlich von Oberlemp liegt Bermoll am Hang des Buchenbergs (391m). Bermoll ist der kleinste Stadtteil von Aßlar. Am weiter östlich gelegenen Wehrberg (366m), der hier auch Wirrwisch genannt wird, wurden Hügelgräber gefunden, die auf eine Besiedlung seit der Bronzezeit schließen lassen. In Bermoll ist die Kirche das auffälligste Gebäude. Die kleine Saalkirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihr Innenraum wird geprägt durch eine dreiseitige Empore, die von kannelierten dorischen Säulen getragen wird.

Folgt man der Lemp weiter flussabwärts, folgt auf Oberlemp das bereits zu Ehringshausen zählende Niederlemp. Geprägt wird die denkmalgeschützte Ortsmitte von Niederlemp durch die kleine, wehrhafte Kirche mit ihrem Chorturm aus dem 15. Jahrhundert und das benachbarte Backhaus aus dem 19. Jahrhundert. Nach Norden erstreckt sich ein kleines Naturschutzgebiet bis an den Fuße des Gebrannten Bergs (367m).

Östlich der Koppe (354m) liegt Kölschhausen, eine weitere Station der Lemp vor ihrer Mündung im nahen Ehringhausen. Rund um die Koppe wurde 1931 das erste Naturschutzgebiet im Altkreis Wetzlar ausgewiesen. Heute sind 24ha Fläche mit schönem Bestand an Eichenhainbuchen und Traubeneichen geschützt. Von der Koppe hat man einen schönen Ausblick ins südliche Lahn-Dill-Bergland, das Gleiberger Land und den Hessischen Westerwald.

Auf einer kleinen Anhöhe im denkmalgeschützten Ortskern von Kölschhausen findet man die evangelische Kirche, eine 1697 erbaute Wehrkirche. Der frühgotische Chorturm weist sogar noch Schießscharten auf. An den Turm schließt sich ein Schiff an, das im Inneren einen barocken Kehlbalkendachstuhl und einen Bachkieselfußboden vorweist.

In Kölschhausen gibt es außerdem noch ein privates Heimat- und Feuerwehrmuseum. Hier findet der interessierte Besucher neben heimatkundlichen Büchern und Trachten aus dem Hüttenberger Land auch feuerwehrhistorische Gegenstände, die sich zum Teil ins 16. Jahrhundert datieren. Öffnungszeiten werden individuell vereinbart.