Leeheim (Riedstadt)

Leeheim ist der westlichste Stadtteil von Riedstadt. Der nördliche Teil des großen Naturschutzgebiets Kühkopf-Knoblochsaue liegt bei Leeheim und wird vom Altrhein in zwei Teile geschnitten.

Am Altrhein kurz bevor dieser sich mit dem Rhein verbindet steht die Schwedensäule. Die 12m hohe Säule, wo ein Obelisk auf vier Kugeln steht und wo ganz oben der schwedische Löwe mit Schwert zu sehen ist, wurde 1632 errichtet. Anlass war der Rheinübergang des Schwedenkönigs Gustav Adolf, der auch Auftraggeber der Arbeit der Säule war. Die stand ein Stück weit näher am Rhein und wurde aufgrund von Unterspülungen hierher versetzt. Der Rheinübergang war 1631 am Hahnensand bei Erfelden.

Zwischen der Schwedensäule und dem nördlich gelegenen Leeheim finden sich in der Riedlandschaft einige kleine Gewässer und das Naturschutzgebiet Bruderlöcher, ein Wässerchen heißt Neujahrsloch. Ein weiteres Naturschutzgebiet schließt sich an auf dem Weg nach Leeheim und durch das Ried in Richtung Rhein: Großes Michelried bei Erfelden.

Ein kleines Ärmchen streckt der Rhein ins Gebiet von Leeheim und das umfasst das Naturschutzgebiet Schusterwörth. Das liegt mit der Nordspitze, der Marieninsel, in der Gemarkung Leeheim, der Rest gehört zu Erfelden.

So heißt auch die Straße, mit der Funkmessstelle für Weltraumfunk. Hier telefoniert kein Außerirdischer nach Hause, sondern es findet Überwachung statt. Vom Hessischen Ried aus wird der Weltraumfunk kontrolliert. Es lassen sich bestimmte Satelliten überwachen oder Piratensender enttarnen zum Beispiel. Die Anlage wurde 1980 in Betrieb genommen. Bis zu 12m Durchmesser haben die Parabolspiegel.

Die Schusterwörthstraße führt als nächstes längs dem Südsee sowie dem Riedsee. Beide liegen an der weiteren Strecke nach Leeheim. Der Riedsee bietet Sandstrand und Badevergnügen. Er entstand in der Folge von Kiesabbau und ist einer der saubersten Seen in Hessen. Der Südsee ist nicht für die Öffentlichkeit und auch er entstand wegen Kiesabbau. Im Naherholungsgebiet am Riedsee gibt es einen Campingplatz.

In der Backhausstraße in Leeheim haben sich die Leeheimer ein Heimatmuseum eingerichtet. Der Heimat- und Geschichtsverein hat dort einiges Material zusammengetragen und bot 2016 zur 1250-Jahrfeier eine Sonderausstellung.

Östlich von Leeheim findet sich eine Golfanlage auf dem einstigen Hofgut Hayna, in Leeheim auch Henner Hof genannt. Der war eine Gründung des Klosters Eberbach und seine Geschichte lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Rund um Leeheim sind weitere Hofanlage zu sehen.

Südöstlich liegt der Stadtteil Erfelden, das sich mit seiner Brücke über den Altrhein auch als „Tor zum Kühkopf“ sieht. Auch Erfelden hat sich ein Heimatmuseum eingerichtet. Das ist in einem Fachwerkhaus, dem Alten Rathaus. Erfelden wird von einigen Besuchern frequentiert, die das Naturschutzgebiet erkunden wollen. Am Altrhein in Erfelden liegt auch ein Yachthafen und es gibt einen Yachtclub.

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