Durch die Stromtalwiesen am hessischen Oberrhein (Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald)


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 10 Min.
Höhenmeter ca. ↑118m  ↓118m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Stromtalwiesen gehören schon lange zur Kulturlandschaft am Oberrhein. Früher gab es sie eigentlich an allen größeren Flüssen, denn nur die Stromtalwiesen sind imstande, gut mit dem Wechsel von tage- bis wochenlangen Hochwassern im Frühjahr bei der Schneeschmelze und Trockenperioden im Sommer umzugehen.

Vielerorts sind die Stromtalwiesen verschwunden. Entweder, weil die Landschaften durch Deiche oder andere Maßnahmen „eingefriedet“ wurden und man dann dort die Flächen anders nutzen konnte. Oder weil die Landwirte aufhörten, die Flächen zu bewirtschafteten und dann schnell aus Wiesen Wälder wurden. 

Stromtalwiesen gelten daher heute europaweit als schützenwert. Gut, dass sich im Hessischen Ried noch welche erhalten haben. Grund genug für den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald einen eigenen Geopfad dem Thema Stromtalwiesen am Oberrhein zu widmen. Dieser Geopfad beginnt am Parkplatz Kämmerfeld in Riedstadt-Leeheim.

Man wandert am Rand der Knoblochsaue (Teil des größten hessischen Naturschutzgebiets Kühkopf-Knoblochsaue) zum Neukahrsloch und weiter ins Naturschutzgebiet Bruderlöcher. Dann geht man Richtung Großes Michelried bei Erfelden und zurück zum Startpunkt. Entlang des Weges informieren zehn über Wissenswertes zur Landschaftsform Stromtalwiesen und den Bemühungen, diese vor Ort im Hessischen Ried wenigstens teilweise wiederherzustellen.

Aufgrund ihres großen Blütenreichtums mit Blühhöhepunkten im Mai und im August sind Stromtalwiesen sehr attraktive Landschaftselemente. Sie gehören zu den artenreichsten und am stärksten gefährdeten Lebensräumen in Mitteleuropa. Viele hier vorkommende Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht.

Ende 2000 wurde im hessischen Riedstadt ein Projekt zur Renaturierung dieser Stromtalwiesen begonnen. Es hat zum Ziel, die in der Hessischen Rheinebene noch vorhandenen Reste sehr artenreicher Stromtalwiesen auszuweiten und auf geeigneten Standorten neue Stromtalwiesen zu schaffen. Mittels dem dabei angewendeten Renaturierungsverfahren des Mahdgutübertrages – samenhaltiges Mahdgut von alten Stromtalwiesen in umliegenden Naturschutzgebieten wird dabei auf die neu zu schaffenden Wiesenflächen übertragen – konnten in den vergangenen Jahren 60ha die seltenen Stromtalwiesen neu angelegt werden. Von den 130 angesiedelten Pflanzenarten steht gut ein Viertel auf der Roten Liste.

Bildnachweis: Von 4028mdk09 [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

Vgwort