Langenfeld-Immigrath

Das Stadtzentrum von Langenfeld bildet der Stadtteil Immigrath. 1977 wurde das Rathaus nach Immigrath verlagert. Es entstand die Schoppengasse mit Geschäften durch die Bebauung am Marktplatz mit dem Brunnen. Stadtgalerie und Marktarkaden stehen für weitere Einkaufsmöglichkeiten. Das „L“ aus dem Langenfelder Logo sieht man in Immigrath auch und zwar baulich umgesetzt am Feuerwehrhaus.

Begibt man sich in Immigrath auf historische Spurensuche, ist die Motte Flachenhof zu erwähnen. Sie ist mittelalterlichen Ursprungs und findet sich in der Verlängerung der Burgstraße am Flachenhof. Der Hügel der Motte ist wohl nur zur Hälfte erhalten und misst 20m im Durchmesser. Eine Vermutung ist, dass die Motte eine Vorgängerin der Dückeburg gewesen sein könnte.

In der Solinger Straße ist ein sehenswertes Fachwerkgebäude erhalten, das Haus Arndt. Glaubt man der Inschrift, ist es 1667 entstanden. Die Besitzverhältnisse sind jedoch nur bis 1810 zurückzuverfolgen. Aber von daher weiß man auch, dass Arndt nicht der Bauherr gewesen ist. Das war aber der, der den schmucken Erker über dem Eingang errichten ließ. Er war immerhin Bauunternehmer. Haus Arndt wird heute gastronomisch betrieben.

Im Umfeld des Siedlungsbaus stehen zwei Siedlungen unter Denkmalschutz. Die eine ist die Siedlung Steinrausch zwischen Immigrath und Richrath. Sie entstand 1920-28 unter Federführung des Bauvereins Langenfeld. Mit der Industrialisierung hat es immer mehr Arbeiter hierher an den Rhein verschlagen und für die brauchte man Wohnungen. Zweigeschossige Mehrfamilienhäuser unter Sattel- oder Krüppelwalmdach wurden gebaut. Die jüngere Siedlung Martinsplatz entstand mit 69 Gebäuden 1949-56. Kriegsschäden, Flüchtlinge und Besatzungsunterkünfte machten den Siedlungsbau notwendig.

Östlich der Siedlung Steinrausch lädt der Freizeitpark Langfort zum Sporteln ein mit Grün- und Spielflächen sowie Wasser! Tischtennis, Sportarten mit größeren Bällen, Weiher, Grillplatz, Spielplatz und Liegewiesen können hier freizeitlich in Beschlag genommen werden.

Mit Zuzug von Arbeitern ab 1880 wurden die Stimmen laut, eine katholische Kirche zu bauen. Es folgte 1886 eine Notkirche und 1901 der Weiterbau zu einer romanischen Backstein-Basilika unter dem Patronat von St. Josef. Hinter der St. Josef Kirche liegt das katholische Jugendheim, das 1839 einstöckig als Klassenzimmer mit einer Lehrerwohnung begonnen und 1875 zu einer vierklassigen Schule erweitert wurde.

Auch die evangelischen Immigrather, ob hier geboren oder als Arbeiter hinzugekommen, wollten eine Kirche. Die wuchtig wirkende Erlöserkirche in der Hardt mit einem Turm hat beinahe etwas burgiges aufgrund des dunkelgrauen Natursteins, aus dem sie 1908-09 gebaut wurde. Wer nun im Inneren den Stil der Jahrhundertwende erwartet, stößt auf eine Umgestaltung aus dem Jahr 1981.

Im Immigrather Ortsteil Gladbach, östlich der Erlöserkirche, steht der Gladbacher Hof unter Denkmalschutz. Dessen Gründung geht auf das 14. Jahrhundert zurück und wurde im 18. Jahrhundert an einem Bach gelegen in einer Karte eingezeichnet. Es gibt einen Vermerk, dass das Wohnhaus des Hofs 1786 erneuert wurde. Seit 1969 ist er Eigentum der Stadt Langenfeld, die nach einem Feuer 1997 den Hof wieder in seinem alten Gewand herstellte.

Der Immigrather Bahnhof begann 1874 mit seinem Fahrplan. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Troisdorf-Mülheim-Morsbroich-Opladen-Immigrath-Richrath-Speldorf. Hier sind überwiegend Güterzüge unterwegs. Das Bahngebäude ist zweigeschossig, risalitgegliedert und heute verstecken sich die Backsteine hinter einer grauen Verschieferung.