Langenfeld-Reusrath

Reusrath liegt ganz im Süden des Langenfelder Stadtgebiets an der Grenze zu Leverkusen. Historischer Kern von Reusrath ist der alte Markt mit der Kirchenwüstung St. Barbara. Hier wurden die Umrisse der alten Kirche in den Grund gestellt, so dass man sich das besser vor Augen führen kann. Bei Grabungen fanden sich Reste von insgesamt drei Kirchen, die mit einer Kapelle im 11. Jahrhundert anfing.

Die vierte katholische St. Barbara Kirche wurde im neugotischen Stil errichtet einige hundert Meter weiter westlich errichtet und 1898 konsekriert. Ihr Turm misst mit dem Hahn und einem Kreuz 47m. Aus der alten Kirche wurde ein Teil der Ausstattung übernommen, wie der Taufstein, ein Kreuz, Statuen von Barbara und Hubertus sowie ein Teil des Altars. Der Kirchenarchitekt entwarf auch das Pfarrhaus, das 1911 entstand.

Direkt in der Nachbarschaft der Kirchenwüstung dagegen steht die evangelische Martin-Luther-Kirche, die 1792-94 erbaut wurde. Recht einmalig ist die Orgel, die 1802 aus einer aufgelösten Kölner Kirche hierher fand. Sie ist als Aufbau über dem Altar und der Kanzel zu sehen und gilt als typisch für bergische Barock-Kirchen. Gleich benachbart steht das 1683 gebaute, zweigeschossige einstige Pfarr- und Kirchenhaus.

Nördlich des Ortskern steht die Dückeburg, eine ehemalige Wasserburg, die vor 1444 errichtet wurde und von Wiesen, Feldern und dem Galkhauser Wald eingefasst ist. Dem Betrachter von heute bietet sich ein gepflegter historischer Architekturmix aus offenen Bruchsteinmauern, einer Umfassungsmauer, einem Rundturm, einem zweigeschossigen Haupthaus mit Krüppelwalmdach und einer Freitreppe, Wirtschaftsgebäude sind ebenfalls zu sehen. Nach der Sanierung 2002-04 ist die Dückeburg in Privatbesitz.

Östlich der Dückeburg erstreckt sich über 43ha das Further Moor. Das seit 1937 unter Naturschutz stehende Wald- und Feuchtgebiet Further Moor mit seiner Heide- und Übergangsmoorfläche war früher ein Teil einer ausgedehnten Sumpf- und Morastlandschaft. Es finden sich Moorbirkenwald, Torfmoose, unwegsames nasses Gelände und eine Artenvielfalt, die genau dieses Areal als Lebensraum schätzt. Durch das Further Moor ziehen sich einige Wanderwege.

Westlich der Dückeburg und in der Ortslage Galkhausen steht Gut Galkhausen, das zur LVR-Klinik Langenfeld gehört. Erstmalig erwähnt wurde der Siedlungsplatz des Gutes 1347, womit es zu den frühen Wohnstätten in Langenfeld zählt. Nach einer Sanierung 2005 ist das Gebäude ein modernes Therapiezentrum, mit einigen Klinik-Servicebetrieben und einem kleinen Museum. Rundherum finden sich Gebäude des LVR-Klinik, oft zweigeschossig mit einem Krüppelwalmdach, Mittelrisalit und Segmentbogenfenster.

Erhalten hat sich neben den historischen Klinikgebäuden die Anstaltskirche, die heute allerdings Simultankirche heißt. In der Kirche für die Katholiken und die Protestanten mit Chorfenstern aus der Zeit der Jahrhundertwende, wurde 1902 das erste Mal Gottesdienst gefeiert.

Westlich der LVR-Klinik befinden sich links und rechts der Autobahn A 542 einige Seen, die durch Kies- und Sandabbau entstanden sind. Bekannt sind etwa die Widdauer Seen, die direkt beim 1147 erstmals erwähnten Gut Widdauen liegen.

Wendet man sich vom Norden ganz in den Süden von Reusrath, stößt man in der Opladener Straße auf Gut Hecke, ein sogenanntes Vorlaubenhaus. Die vorgebaute Laube überdacht den Gehweg und ist mit dem Haus fest verbunden. Früher stellte man darunter Kutsche und Pferd ab. Das Gut Hecke aus Fachwerk hat das Baujahr 1717 und einst soll hier Napoleon auf seiner Durchreise genächtigt haben.

Auch in der Opladener Straße steht mit der Hausnummer 133 das Gut Höschen. Das Gutshaus umfasst fünf mal zwei Achsen, hat drei Geschosse unter einem Krüppelwalmdach und einen Dreiecksgiebel.