Kronenburg

Das zur Gemeinde Dahlem zählende Örtchen Kronenburg liegt im Grenzgebiet von Deutschland und Belgien und ist ein historisches Kleinod im Oberen Kylltal. Erstmalig erwähnt wurde Kronenburg 1277. Wie nicht unüblich im Mittelalter, wurden Besitzungen hin und her geschoben und geschachert. So kam Kronenburg an Luxemburg und ab 1555 unter spanische Herrschaft, weshalb man die Gegend rund um Kronenburg heute noch als Spanisches Ländchen kennt. Kronenburg ist bekannt für sein mittelalterlich geprägtes Ortsbild.

Durch das spitzbogige Nordtor findet der Bewohner und Gast seit dem 14. Jahrhundert Einlass. Von der einstigen Burg Kronenburg sind nur noch Ruinen erhalten und man genießt den Blick über Mauerreste und das Dorf.

Bezaubernd ist der Zustand des alten Burgberings aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Das Haus Pallandt (Nr. 22) trägt noch ein altes Wappen. Das zweite Tor trennte die Bürgerlichen von den Feudalen. Teilweise wurden die Rückseiten der Häuser in die Ringmauer integriert. Ein Fotomotiv ist die steile Treppe, die in eine Stube führt, in der früher Ratsversammlungen abgehalten wurden. Darüber ragt ein Kirchturm empor, der als Wehrturm in die Mauer einbezogen war.

Von herausragender Bedeutung ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes. Sie gehört zu den mittlerweile seltenen Einstützenkirchen. Ein Hauptpfeiler trägt die in diesem Fall vier reich gezierten Gewölbe. Durch diese Aufteilung entsteht ein besonderes Raumgefühl. 1492 wurde mit dem Bau der Kirche innerhalb der Wehrmauern begonnen und 1508 wurde sie geweiht. Den Weg in die Eifel fand die Bauart vermutlich durch Kardinal Nikolaus Cusanus, der in Kues die erste Einstützenkirche in den alten Rheinprovinzen erbauen ließ. In Kronenburg stammt auch der Altar aus dem 15. Jahrhundert. Die steinerne Pietá wurde aus einem Stück gestemmt und interessant ist auch das Drachenkampf-Fresko mit der Kronenburg im Hintergrund.

Das stattliche Amtshaus unterhalb der Burgruine entstand 1766, weil es dem Amtmann Lafontaine auf der doch eher unwirtlichen Burg zu unkomfortabel wurde. Dabei schlug er ein wenig über die Strenge, das Haus wurde viel teuer als veranschlagt und der Mann musste seinen Hut nehmen, fristlos. Doch das Haus fand einen guten neuen Zweck als Unterkunft für Wanderer und Landschaftsmaler. Der zweigeschossige Bau mit Mansarddach wird heute als Hotel betrieben.

In Kronenburg ebenfalls sehenswert ist die St. Brigida Kapelle, mit deren Bau 1736 durch die Bewohner von Kronenburgerhütte begonnen worden war. Bei einer Renovierung 1901 wurde ein Glockenturm angebaut. Rolf Dettmann, der sich als Bildermacher verstand, hat die Buntglasfenster gestaltet und das Altarbild der Kapelle. Dettman (1915-91) wirkte fünfzig Jahre lang in Kronenburg.

Ein weiteres auffälliges Gebäude in Kronenburg kennt man heute als Haus für Lehrerfortbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses im Heimatsstil errichtete Gebäudeensemble wurde 1936-38 als Hermann-Göring Meisterschule für Malerei erbaut. Hier sollten Maler in der Blut-und-Boden-Ästhetik des nationalsozialistischen Regimes ausgebildet werden.

Direkt benachbart zu Kronenburg liegt etwas östlich der Dahlemer Ortsteil Baasem. In Baasem ist eine Besichtigung der katholischen Pfarrkirche Mariä Geburt empfehlenswert. Die Kirche entfaltet ein fantastisches gotisches Raumgefühl. Vier Pfeiler stützen die zwei Paralellschiffe. Die Pfeiler fließen zusammen in wunderbar ausgestalteten Netz- und Sterngewölben mit ausdrucksstarken Schlusssteinen. Im 12. Jahrhundert war die Kirche einschiffig mit massivem Westturm. Um 1500 wurde sie im Stile der Spätgotik erweitert, durch so etwas wie Verdopplung. Aus einer durchbrochenen Wand wurden vier Pfeiler hervorgehoben und daran schloss sich dann ein weiteres Kirchenschiff an. Sehenswert ist auch der Marienaltar mit der hübschen Madonna.