Koblenzer Stadtwald

Karthause ist der größte Stadtteil von Koblenz und der wiederum wird flächenmäßig zu großen Teilen vom Koblenzer Stadtwald eingenommen, der am Kühkopf (382m) seinen höchsten Punkt findet. Auf dem Kühkopf steht der Fernmeldeturm Koblenz, an seinen bewaldeten Hängen finden sich keltische Grabstätten, das Forsthaus Kühkopf (heute ein Gasthaus) und die Kühbornquelle.

Westlich des Kühkopfs verläuft die Hunsrückhöhenstraße, die B 327. Und hier liegt rund um den Remstecken ein Naherholungsgebiet. Der Wildpark Remstecken ist Heimat von circa 250 Tieren aus zwanzig Arten. Im Gehege tummeln sich Rothirsche, Damhirsche, Rehe und Wildschweine. Verschiedene Entenarten gehen im Teich zu Wasser, das man über kurze Rundwege erwandern kann. Ein kleiner Vogelpark und ein Minizoo ergänzen das Ausflugsprogramm.

Die Waldökostation Remstecken bietet ein grünes Klassenzimmer sowie einen Bauerngarten, mit Obst und Gemüse, Nutz- und Heilpflanzen. Zwischen Remstecken und Waldesch begann 1989 die Ausgrabung eines römischen Gutshofs. Von der Villa Rustica aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert wurden Grundmauern des Haupthauses und eines Nebengebäudes freigelegt.

Im Stadtwald gen Osten Richtung Rhein steht das Rittersturz-Denkmal auf dem Aussichtspunkt Rittersturz. Die dreigliedrige Basaltstele erinnern an die Rittersturz-Konferenz 1948. Das damals dort noch befindliche Berghotel Rittersturz war Konferenzort westdeutscher Regierungschefs, die die Koblenzer Beschlüsse fassten, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

Auf der Augustahöhe (349m) befindet sich der Kaiserin Augusta gewidmete Pavillon, von dem man einst einen schönen Blick auf Lahnstein und die Lahnmündung hatte. Die Sicht vom Pavillon ist aber zugewachsen und man sollte eher etwas tiefer auf eine Waldlichtung zur Schweriner Hütte gehen. Hier öffnet sich der Blich nach Norden linksrheinisch auf die Stadt Koblenz bis zum Deutschen Eck und über die rechtsrheinischen Stadtteile und die Festung Ehrenbreitstein hinweg nach Vallendar und die Höhen des Westerwaldes.

Die ältesten Siedlungsspuren im Koblenzer Stadtwald hat man am Dommelberg (225m) gefunden. Hier gab es wohl ab dem 11. Jahrhundert vor Christus eine befestigte prähistorische Höhensiedlung bis hinein in die Eisenzeit. Ein Aussichtsplateau mit Ruhebänken und Schutzhütte bietet eine schöne Aussicht auf Koblenz.

Am Rande des Stadtwalds von Koblenz-Lay aus mit dem Auto gut zu erreichen steht der Carolaturm. Der rund 7m hohe Carolaturm wurde 1895-96 als Aussichtsturm errichtet und nach der Ehefrau des damaligen Oberbürgermeisters Emil Schüller benannt.

In Karthause selbst sollte man einen Blick auf die Reste der ehemaligen Festung Koblenz werfen. Das Fort Großfürst Konstantin auf dem Karthäuser Plateau zeigt sich in sehr gut erhaltenem Zustand und war Teil des Systems Feste Kaiser Alexander. Die Anlage besteht aus einem dreiflügeligen Kasemattenkorps mit einem Innenhof, einer Kriegsbäckerei und dem auffälligen Kehlturm, der das Rheinische Fastnachtsmuseum beherbergt. Es zeigt auf zwei Etagen Uniformen, Orden und andere Relikte der fünften Jahreszeit vom Bodensee bis Köln.

Zur Feste Kaiser Alexander zählte auch das Löwentor, ein klassizistischer Torbau mit Zinnen obenauf. Das ehemalige Haupttor wird nach oben durch einen umlaufenden Rundbogenfries abgeschlossen.

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