Königshofen (Niedernhausen)

Mit der Kernstadt Niedernhausen verwachsen ist der Ortsteil Königshofen. Königshofen liegt nordwestlich von Niedernhausen an einem zum Daisbach abfallenden Hang des Zieglerkopfes, einem Ausläufer des höchsten Bergs im Seelbacher Grund, der Hohen Kanzel (592m). Das Gelände des Höhenzuges fällt steil nach Süden zum Theißbachtal ab, das sich kurz vor Königshofen dann zum Daisbachtal öffnet.

Das Theißtal ist die grüne Lunge des Seelbacher Grunds und als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dabei handelt es sich mitten in den dicht bewaldeten Hängen um ein altes Grünlandgebiet, das nur als Mähwiese genutzt wurde, seit Jahrzehnten aber überwiegend brach gefallen war. Im Theißtal liegt auch der kleine Angelsee des örtlichen Angelvereins. Weiterhin führt ein Vogellehrpfad durch das Theißtal.

Das Naturschutzgebiet Theißtal wird überspannt von der Theißtalbrücke, auf der die Autobahn A 3 auf 507m Länge das Tal überquert. Die Theißtalbrücke wurde 1937-39 als Teil der Reichsautobahn von Oberhausen nach Wiesbaden erbaut. Die Theißtalbrücke steht auf 15 bis zu 40m hohen Pfeilern aus Stahlbeton, die mit Melaphyrstein verkleidet sind. Die Theißtalbrücke ist typisch für die 1930er Jahre, als man versuchte, Brückenbauwerke von monumentaler, landschaftsprägender Wirkung zu schaffen.

Die historische Theißtalbrücke ist das Wahrzeichen von Niedernhausen und steht und Denkmalschutz. Mittlerweile hat sie zwei Gefährten bekommen: 1974-76 wurde eine zweite Autobahnbrücke parallel zur Theißtalbrücke gebaut, auf der heute der Verkehr südwärts nach Frankfurt rollt. 1998-2000 entstand dann die dritte Theißtalbrücke, auf der der Hochgeschwindigkeits-ICE mit bis zu Tempo 300km/h das Theißtal passiert.

Apropos Eisenbahn: In Königshofen ist heute aus der guten alten Zeit der Dampflokomotiven noch ein Lokschuppen von 1900 erhalten. In den Backsteinwänden mit stützenfreier Eisenfachwerkträgerkonstruktion finden sich Stichbogen- und Rundfenster. Der kleine Wasserturm unmittelbar neben dem Lokomotivschuppen ist ebenfalls in Backstein gemauert und mit Gesimsen verziert. Der Aufsatz für den Wasserbehälter auf zahlreichen dünnen Eisenkonsolen ist verputzt. Beide Gebäude sind Bestandteil der historischen Eisenbahnlinie von Höchst nach Idstein.

Das wohl älteste Gebäude und der letzte Rest der historischen Bausubstanz im 1283 erstmals urkundlich erwähnten Königshofen ist ein Fachwerkwohnhaus in der Bunnenstraße, einer ehemaligen Hofreite an der Ecke Feldstraße aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.