Königsforst

Der Königsforst ist die grüne Lunge Kölns – und das schon etwas länger. Einst gehörte das Waldgebiet, das so groß ist wie die Kernstadt Kölns, den Frankenkönigen. Otto der Große, Gründer der Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, überließ den königlichen Bannwald dann im 10. Jahrhundert seinem Bruder Brun, der von 953 an Erzbischof von Köln war.

Die erste urkundliche Erwähnung des Königsforsts stammt von 1003, als Heribert von Köln das Waldgebiet aufteilte: Ein Viertel blieb beim Bischof, ein Viertel ging an Kloster Deutz und die Hälfte erhielt das Kloster St. Pantaleon. So blieb’s, bis Napoleon Europa und vor allem die Kirche verunsicherte und man viele kirchliche Besitztümer an weltliche Herrscher übertrug. So wurde der Königsforst bergisches Land, blieb es aber nur zehn Jahre, bis die Preußen die Macht am Rhein übernahmen.

Heute ist der Königsforst vor allem eines: ein 2.518ha großes europäisches Naturschutzgebiet und damit hoffentlich für alle Zeit als grüne Lunge und Naherholungsgebiet gesichert. Im Königsforst finden sich verschiedene Waldgesellschaften – z.B. Weichholzauenwälder, Waldmeister-Buchenwald und Stieleichenwald. Zahlreiche seltene Vögel fühlen sich heimisch, u.a. auch der Wespenbussard und verschiedene Spechtarten.

Der Königsforst steigt vom Rheintal an und erreicht in seinem nordöstlichen Zipfel am Tütberg (212m) seinen höchsten Punkt. Geht man vom Tütberg über den Tütbergweg nach Norden, kommt man zum Steinhaus. Erste Erwähnung findet der Hof Steinhaus bereits im Jahre 1403. Nach der Säkularisation wurde das kirchliche Landgut als Forsthaus umgewidmet, das es bis 2003 blieb. Heute ist das Steinhaus eines von vier Besucher-Portalen zum Einstieg in Königsforst und die sich südlich anschließende Wahner Heide.

Etwas unterhalb des Steinhaus verläuft auf der historischen Brüderstraße ein Teil des Jakobswegs, der auch als Kölner Elisabethpfad bekannt ist. Folgt man der Trasse in Richtung Köln kommt man zu Kettners Weihern. Bänke und eine Schutzhütte machen die Weiher – nur der untere ist zugänglich – zu einem beliebten Pausenziel für Wanderer.

Folgt man von Kettners Weihern dem Flehbach, stößt man auf den Rennweg, ein 5km langer ziemlich gerader und asphaltierter Weg durch den Königsforst in die Wahner Heide, der vor allem bei Radfahrern beliebt ist. Würde man hier rechts abbiegen, kommt man zum malerischen Hexenteich.

Folgt man allerdings weiter dem Flehbach, kommt man über das von Stararchitekt Gottfried Böhm erbaute Kinderdorf Bethanien zum Wildgehege Brück und weiter an den Rand von Rath-Heumar. Hier wurde bereits 1972 der 4km lange Rather Waldlehrpfad im Königsforst angelegt, der u.a. auch zum kleinen Rather See im Königsforst führt – übrigens nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Projekt, das am Neubrücker Baggerloch entsteht.

IVW