Haus Wenne

Entlang der Wenne gab es ursprünglich drei Adelssitze, die 1368 an das Erzstift Köln fielen: Haus Berge bei Meschede, Haus Ostwig bei Bestwig und Haus Wenne. Zuvor war es im Besitz der Herren von Wenne, die 1296 erstmals in alten Urkunden auftauchen. Das Anwesen ist nicht nur nach dem Fluss benannt, an dem es liegt, dieser Fluss sorgte ursprünglich auch für seinen Schutz, indem es die Wassergräben befüllte. Heute sind die Wassergräben lange zugeschüttet.

Im Laufe der ersten Jahrhunderte seiner Existenz wechselte Haus Wenne mehrmals den Besitzer, doch seit 1678 kehrte in dieser Hinsicht eine gewisse Beständigkeit ein. Damals nämlich kaufte es der Obrist und fürstbischöflich hildesheimische Jägermeister Ignatz Freiherr von Weichs. Und im Besitz der Familie von Weichs ist Haus Wenne bis heute. Sie nutzt es als Wohnsitz, weswegen eine Besichtigung auch nur von außen möglich ist.

Der mittelalterliche Kern der Anlage war vermutlich ein Wohnturm mit quadratischem Grundriss. Seine Reste sind andeutungsweise im turmartigen Anbau des Herrenhauses zu sehen. Das heutige Herrenhaus, ein schlichtes, zweigeschossiges Bruchsteingebäude, entstand vermutlich Mitte des 17. Jahrhunderts. Diesen Schluss lassen Maueranker zu, die an der Westfassade zu finden sind und die Jahreszahl 1659 tragen. Aus dieser Zeit stammen auch die umliegenden Wirtschaftsgebäude. Charakteristisch sind das hohe Kellergeschoss und das steile Walmdach.

Gelegen ist Haus Wenne direkt am gleichnamigen Fluss Wenne, einem der wichtigsten Gewässer im Bereich der Gemeinde Eslohe. Sie verläuft vom Fredeburger Land her kommend 32km in nördlicher Richtung hin zur Ruhr, in die sie bei Wennemen mündet. Mehrere Abschnitte dieses typischen Mittelgebirgsflusses sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Denn das Wennetal ist glücklicherweise weitgehend naturbelassen und unverbaut.

Der Abschnitt zwischen Bremke und Frielinghausen ist einer dieser geschützten Abschnitte. Hier darf sich der Fluss durch sein Tal am Fuß der Hardt (445m) schlängeln, wie es ihm gefällt, und bietet dabei seltenen Arten wie Bachneunauge, Groppe oder Schwarzstorch einen passenden Lebensraum. Der zweite geschützte Abschnitt schließt sich nördlich an und liegt zwischen Bremke und Berge.

Aber nicht nur die Wenne steht über weite Strecken unter Naturschutz - auch einer ihrer Zuflüsse. Das Naturschutzgebiet Büemker Bach und Nebensiepen liegt, der Name legt es nahe, beim Ortsteil Büemke unterhalb des Käsebergs (448m) und nördlich von Bremke. Es ist etwas über 32ha groß und vor allem wegen seiner seltenen Flora schützenswert. Ein artenreiches Wiesental mit Feuchtgrünland und Resten von Magergrünland bietet mehreren Rote-Liste-Pflanzenarten einen Lebensraum.

Ein kleines Stück gewissermaßen geplante Natur sei auch noch kurz erwähnt. Zwischen Bremke und Frielinghausen kann man nicht nur wandern, sondern auch radwandern. Hier verläuft nämlich eine Teiletappe des Sauerland-Radrings. Und seit Mai 2009 radelt man hier im Schatten auf einer Allee mit 223 Eschen. Sie wurden auf 1,5km Länge im Rahmen der 100-Alleen-Initiative gepflanzt, die das Nordrhein-Westfälische Umweltministerium 2005 startete, und deren 100ste Allee im Herbst 2009 gepflanzt war.