Hangelar

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Hangelar liegt am Übergang von St. Augustin nach Bonn-Beuel und geht auf den Grundbesitz eines Johannes de Hangelare zurück, der im 14. Jahrhundert in Schwarzrheindorf den freien Fährverkehr für die Anwohner aushandelte.

Dreihundert Jahre später erscheint auf einer Karte von 1689 die ersten Häuser des späteren Orts Hangelar. Insgesamt also ein ruhiges und unspektakuläres Fleckchen Erde, wäre nicht im frühen zwanzigsten Jahrhundert der in Betzdorf geborene Fritz Pullig ins Bonner Infanterieregiment zur Ableistung seines Militärdienstes eingezogen worden.

Pullig startete 1909 auf der Hangelarer Heide Flugversuche und als er am 17. Juli des Jahres sein Aeroplan in sechs Metern Höhe über eine Strecke von 400m bewegte, war der Flugplatz Hangelar geboren. Er gilt vielen als ältester noch betriebener Flugplatz Deutschlands, was sich allerdings nicht zweifelsfrei klären lässt. Auf jeden Fall ist der Flugplatz Hangelar älter als die heute bekannten Verkehrsflughäfen in Hamburg (1911), Friedrichshafen (1913) und Düsseldorf (1927).

Mit dem Flugplatz Hangelar hängt auch die größte Veranstaltung zusammen, die Hangelar bislang gesehen hat: Am Osterdienstag 1930 kamen 120.000 Besucher, um das Luftschiff Graf Zeppelin landen zu sehen. Das auf den technischen Namen LZ 127 hörende Luftschiff hatte im Vorjahr erstmals die Welt umrundet und hält bis heute die Rekorde für die längste Fahrt und die längste Fahrdauer, die je mit einem Luftschiff erreicht wurde.

Heute ist Hangelar vor allem als Standort der Antiterroreinheit GSG 9 bekannt. Die Grenzschutzgruppe 9 wurde nach der tödlich endenden Geiselnahme bei den Olympischen Spielen 1972 auf Initiative von Hans-Dietrich Genscher – damals Innenminister unter Willy Brandt – gegründet.

Zwischen Hangelar und Birlinghoven liegt am Südrand von Niederpleis Gut Großenbusch. Die Anlage verfügt über einen 18-Loch Golfplatz, eine großen Reitsportanlage, Gastronomie und Hotelerie.