Bonn-Schwarzrheindorf

Der Bonner Stadttteil Schwarzheindorf liegt direkt am Rhein und wird nördlich vom Vilicher Bach begrenzt, der 6km weiter östlich bei Holzlar entspringt. Seine Namen verdankt Schwarzrheindorf den schwarzen Trachten, die die Schwestern des Klosters trugen. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite bevorzugten die keuschen Damen graue Kluften, weshalb der Bonner Stadtteil am anderen Rheinufer Graurheindorf heißt.

Die Klostergründung war eine Folge des Baus der St. Clemens Kirche 1151, die der von Altwied stammende Kölner Erzbischof Arnold von Wied anregte und zusammen mit König Konrad III. einweihte. Die St. Clemens Kirche gehört heute zu den wichtigsten Kulturdenkmälern von Bonn.

Grund ist die besondere Bauweise als Doppelkirche: Es wurden zwei Kirchenräume mit jeweils eigenem Altar übereinander gebaut und durch eine Art Galerieöffnung verbunden. So ist der Blick von oben auf den unteren Altar möglich, ohne sich mit dem herkömmlichen Gottesdienstbesuchern gemein machen zu müssen, was der aristokratischen Gesellschaft sehr wichtig zu sein schien. Beide Kirchenräume besitzen eine sehr gut erhaltene Ausmalung. Die in der Unterkirche stammt aus der Mitte des 12. Jahrhundert, die der Oberkirche datiert von 1173.

Der Fürst von Wied hatte die Kirche in Nachbarschaft zu einer Burganlage bauen lassen, die der Sicherung eines Rheinübergangs diente. Neben der Kirche wurde einige Jahre später das Kloster eingerichtet, das 1803 im Zuge der Säkularisierung zerstört wurde. Die Äbtissin des Benediktinerinnenkloster Schwarzrheindorf stand zugleich auch dem Kloster Essen vor, aus dem die spätere Großstadt und Stahlmetrople entstand.

Die St. Klemens Kirche selbst wurde nach der Säkularisation als Scheune und Stall genutzt, später wieder als Kirche geweiht und ist seit 1868 Pfarrkirche von Schwarzrheindorf. Die Burganlage, die Ausgangspunkt für den Kirchenbau gewesen ist, war bereits im 16. Jahrhundert restlos zerstört worden.

Ein weiterer sehenswerter historischer Bau in Schwarzrheindorf ist die Wolfsburg, die vom Rittergeschlecht der Wolff von Rheindorf im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Später kam die Wasserburg an die Freiherren von Gymnich, auf deren Besitz auch die geschmiedete Wetterfahne mit der Jahreszahl 1597 hinweist.

Der älteste Teil der Anlage ist der zentrale Turm. Solche Wohn- und Wehrtürme (so genannte Motten) sind typische Elemente des rheinischen Burgenbaus. Der eigentliche Wohnbau folgte später und besteht aus. Diesen umgab die heute noch auf zwei Seiten erhaltene Bruchsteinmauer, die wahrscheinlich einen Wehrgang trug. Im 17. Jahrhundert wurde an den ehemals freistehenden Turm ein L-förmiger Anbau angefügt.