Haan

Zwischen Düsseldorf und Wuppertal liegt die Gartenstadt Haan. Der Beinamen Gartenstadt begründet sich durch die im 19. Jahrhundert an den Häusern angelegten Gärten. Nicht nur innerstädtisch sind gepflegte Grünanlagen zu sehen. Um Haan herum findet sich ebenfalls reichlich Natur: das Osterholz nordöstlich, das Ittertal im Süden, der Hildener Stadtwald und das Neandertal im Westen umgrünen die Gartenstadt.

Ein Rundgang durch Haan kann man am Alten Kirchplatz starten. Dort sind Fundamentreste einer Kirche, die 935 geweiht und 1863 niedergelegt wurde. Als man die Fundamente der alten Kirche ausbuddelte fand man auch 18 weibliche Schädel, mit Bronzeringen eingefasst. Sie wurden hier vermutlich zwischen 940-970 beigesetzt.

Aus dieser alten, abgerissenen Kirche sind der Weihestein, eine Stundenglocke (1542) und Teile des Glockenstuhls in die evangelische Kirche in der Kaiserstraße 44 umgezogen. Die evangelische Kirche wurde 1864 als Backsteinbau fertiggestellt.

Entlang der Kaiserstraße, lassen sich neben der evangelischen Kirche auch zahlreiche Denkmäler finden, oft hinter einer Schieferung und ebenso oft mit den grünen Schlagläden. Eines von den Häusern im bergischen Barock ist das 1728 erbaute Becherhus, das seit alter Zeit als Gasthaus dient.

Ebenfalls in der Kaiserstraße steht das Haaner Rathaus, ein repräsentativ baulich ausgestaltetes Gebäude aus dem Jahr 1903 mit einem Anbau von 1920. Das Rathaus im Stil des Historismus fällt nicht nur durch sein Türmchen ins Auge, sondern auch durch die großen Maßwerkfenster, teils mit künstlerisch gestalteter Verglasung, die schmucken Treppengiebel und Stuckornamentik. Die sieht man besonders schön im historischen Ratssaal mit vergoldeten Ornamenten. Aus der gleichen Bauzeit stammen Häuser am Alten Markt mit wilhelminischen Stilelementen.

An der Einmündung der Königsstraße in die Kaiserstraße steht die katholische St. Chrysanthus und Daria Kirche. Sie stammt aus dem Jahr 1956 und zeigt sich mit einem ovalen Saal, dessen Seitenschiffe umlaufend sind. Obenauf ist eine Laterne. Der Kirchturm ist freistehend.

In der Königstraße findet man den Park Ville d’Eu. Hier steht ein offener Pavillon aus dem Jahr 1927 mit Zeltdach. Im Park Ville d’Eu finden öfters Feierleichkeiten statt, z.B. das Haaner Weinfest mit französischem Markt, das am letzten Augustwochenende stattfindet.

Das alte Haan kann man auch östlich des Stadtkern betrachten am Nachbarsberg und zwar am unteren. Dort stehen zehn einstige Weber- und Schleiferhäuser unter Schutz, die sich im Fachwerk oder geschiefert zeigen und einen Eindruck historischen Lebens vermitteln.

Haan und der Stadtteil Gruiten werden von der A 46 voneinander getrennt und macht man sich vom Stadtkern auf in Richtung Autobahn und Norden, kommt man zur Mahnertmühle. Das Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert besteht aus einem Wohn- und Wirtschaftsgebäude, heute mit Restaurant. Die Mahnertmühle erfuhr natürlich auch Anbauten in jüngerer Zeit. Man sieht ein Fachwerkgebäude sowie Teile, die verschiefert sind.

Südlich grenzt die Itter das Haaner Stadtgebiet gebenüber Solingen ab. Im Beritt zwischen Haan und Solingen hat sich im Ittertal eine Kottenwirtschaft gebildet. Die Wasserkraft schaufelte ihre Energie über Mühlräder in die einfachen aus Stein oder Fachwerk errichteten Kotten, wo dann gearbeitet wurde, beispielsweise für die berühmten Klingen aus Solingen.

Einige Kotten lassen sich bis ins 15. Jahrhundert datieren und dienen heute meist Wohnzwecken. Der Schaafenkotten aus Fachwerk stammt aus dem Jahr 1592 und erhalten haben sich Ober- und Untergraben. Ein Lokal ist in der Heidberger Mühle aus dem Jahr 1784 in der Walder Straße mit einem Umbau im 19. Jahrhundert. Auch in der Walder Straße steht eine alte Kornbrennerei und Likörfabrik aus dem Jahr 1952, die Ende des 20. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Heute finden sich in dem massiven verklinkerten Gebäude Büros.

Richtig was los ist in Haan immer Anfang September. Dann steigt die Haaner Kirmes, die am letzten Dienstag im September jährlich mit Krach und Bums per Feuerwerk endet. Die Haaner Kirmes hat ihren Ursprung im Jahr 1384, als ein erster Jahrmarkt urkundlich erwähnt wurde. Heute kommen an den vier Tagen Haaner Kirmes rund 400.000 Besucher nach Haan.

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