Haan-Gruiten

Gruiten ist seit 1975 ein Stadtteil von Haan im Niederbergischen Land. Der historische Kern von Gruiten findet sich in Gruiten-Dorf im Tal der Düssel am nördlichen Rand von Gruiten. Mit seinen gut erhaltenen Fachwerkhäusern ist Gruiten-Dorf die größte intakte historische Siedlung auf Haaner Stadtgebiet.

Auf dem Friedhof in Gruiten-Dorf hat sich der romanische alte Kirchturm erhalten. Der Turm gehörte zur ehemaligen Kirche Alt St. Nikolaus und dominierte das Gebäude, da er die Breite des Langhauses eingenommen hat. Die Kirche selbst wurde 1894 niedergelegt. Im unteren Teil besteht der Turm aus Kohlensandstein, auf das sich ein Obergeschoss aus Tuffstein setzt. Die Doppelfenster unter dem Helm sind rundbogig mit Blenden eingerahmt und durch eine Mittelsäule getrennt.

Die neue katholische St. Nikolaus Kirche aus Bruchsteinen ist eine neoromanische Halle mit einem vorgesetzten Westturm sowie einer Halbkreisapsis, die 1879 fertiggestellt wurde und damit die alte Kirche ablöste. Von der alten in die neue Kirche siedelte auch der Schutzpatron des heiligen Nikolaus als Holzfigur um, begleitet von Augustinus und Suitbertus. Aus dem Ende des 18. Jahrhunderts ist die Figur der Muttergottes.

Das älteste Haus in Gruiten-Dorf ist das Haus am Quall, zweigeschossig, aus Bruchsteinen und Fachwerk, wobei das Obergeschoss aufgeständert ist und ein wenig hervorspringt. Der steinerne Teil des Gebäudes entstand ab dem 14. Jahrhundert und war ein Fluchtturm. Das Fachwerkwohnhaus stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Ein gut erhaltenes Bauensemble ist auch die evangelische Kirche mit dem Predigthaus und Pfarrhaus aus dem Jahr 1764. Das Predigthaus ging der Kirche voraus und stammt aus dem Jahr 1682. In diesem Haus trafen sich evangelisch Gläubigen, zuvor waren ihre Gottesdienste in Privathäusern gehalten worden. Der Kirchenbau entstand 1721 zwischen dem Pfarrhaus und dem Predigthaus. Das Kirchlein in schlichter reformierter Gestaltung mit einem Glockentürmchen hat eine aufwändig geschnitzte Kanzel im Inneren.

Am Heinhauser Weg stehen einige Fachwerk- und Steinschönheiten wie das Haus Offers. Haus Offers stammt aus dem 18. Jahrhundert, ein Vorgängerbau gleichen Namens wurde aber schon im15. Jahrhundert erwähnt. Die Steinmühle stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und das Doktorhaus wurde um 1750 aus Fachwerk mit Krüppelwalmdach und grünen Schlagläden gebaut. Daneben steht das sogenannte Heinhauser Schlösschen, das einst als Stall zum Doktorhaus gehörte, zweigeschossig ist und ein Zeltdach hat.